Elise Mertens verpasst das Doppelfinale – Osaka und Sinner im Halbfinale

<p>Elise Mertens verpasst das Doppelfinale – Osaka und Sinner im Halbfinale</p>

Nach 1:46 Stunden stand ein 6:3, 7:6 (7/3) auf der Anzeigentafel, damit endete Mertens´ Traum vom sechsten Grand-Slam-Titel. Bereits die Finals der beiden 1.000-Turniere in Madrid und Rom hatte sie in dieser Saison mit Kudermetova verloren. In ihrer gemeinsamen Vita stehen die Titel in Istanbul 2021, Dubai und bei den Masters (je 2022).

Beim Stand von 2:1 für Townsend und Siniakova im zweiten Satz fragte Kudermetova eine medizinische Auszeit an, um ihre rechte Schulter behandeln zu lassen. Danach drehten sie und Mertens den Spieß erst auf 3:2 um, ehe die Weltranglistenerste und -zweite wieder vorbeizogen.

Im Finale treffen Townsend und Siniakova am Freitagabend unserer Zeit (18 Uhr) auf die Neuseeländerin Erin Routliffe und die Kanadierin Gabriela Dabrowski.

Halbfinale erreicht: Osaka schlägt auch Muchova

Die zweimalige Turniersiegerin Naomi Osaka hat ihren Erfolgslauf bei den US Open auch gegen Karolina Muchova fortgesetzt und steht erstmals als Mutter im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Die Japanerin besiegte die von einer Oberschenkelverletzung gehandicapte Tschechin in der Runde der besten acht mit 6:4, 7:6 (7:3).

„Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Osaka. Seit ihrer Rückkehr auf die Tour nehme sie eine veränderte Perspektive ein: „Ich habe gelernt, dass ich Tennis viel mehr liebe, als ich dachte. Und ich habe gelernt, dass ich Herausforderungen wirklich liebe“, sagte sie und zog den Vergleich zu einem Videospiel: „Selbst wenn man ein Level verliert, fängt man einfach wieder von vorne an und macht weiter, bis man schließlich gewinnt.“

<p>Naomi Osaka hat ihren Erfolgslauf bei den US Open auch gegen Karolina Muchova fortgesetzt.</p>
Naomi Osaka hat ihren Erfolgslauf bei den US Open auch gegen Karolina Muchova fortgesetzt. | Foto: dpa

Im Halbfinale trifft die Weltranglisten-24. etwas überraschend auf Amanda Anisimova. Die US-Amerikanerin nahm in ihrem Viertelfinale gegen Iga Swiatek mit 6:4, 6:3 erfolgreich Revanche für das denkwürdige Wimbledonfinale im Juli, in dem sie von der Weltranglistenzweiten aus Polen mit 0:6, 0:6 gedemütigt worden war.

Die 27-jährige Osaka, seit Juli 2023 Mutter der kleinen Shai, war seit ihrem Triumph bei den Australian Open 2021 bei Grand Slams stets spätestens in der dritten Runde ausgeschieden, seither hat sie auch kein Turnier mehr gewonnen. 2024 war sie auf die Tour zurückgekehrt.

Zwei Siege trennen sie noch von ihrem fünften Grand-Slam-Titel – und ihre Bilanz in der heißen Phase von Major-Turnieren ist beeindruckend: Jedes Mal, wenn Osaka bislang ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht hatte, gewann sie anschließend auch den Titel. „Es ist wie im Boxen“, sagte Osaka lachend.

In der Weltrangliste wird die frühere Nummer eins durch den Halbfinaleinzug unter die Top 15 zurückkehren und damit unter anderem die letztjährige New-York-Halbfinalistin Muchova hinter sich lassen. Im Achtelfinale hatte Osaka bereits spektakulär die amtierende French-Open-Siegerin und große US-Hoffnung Coco Gauff ausgeschaltet, es war ihr erster Sieg gegen eine Top-Ten-Spielerin in diesem Jahr.

<p>Iga Swiatek ist raus.</p>
Iga Swiatek ist raus. | Foto: dpa

Im engen ersten Satz servierten sowohl die an elf gesetzte Muchova als auch Osaka stark, die Japanerin holte sich den Durchgang mit dem ersten Break zum 6:4. In den zweiten Satz startete Osaka ihrerseits mit einem Verlust ihres Aufschlagspiels. Doch anders als oft in den vergangenen Jahren, ließ sich Osaka von einem solchen kleinen Rückschlag nicht verunsichern und holte sich gleich das Rebreak - wie wenig später noch einmal. Im Tiebreak behielt sie die Oberhand und verwandelte nach 1:49 Stunden ihren zweiten Matchball.

Anisimova verwandelte ihrerseits nach 1:36 Stunden im Arthur Ashe Stadium ihren dritten Matchball mit einem Netzroller. „Es ist so besonders. Ich habe den Lauf meines Lebens hier. Einfach ein Traum“, sagte Anisimova mit einem breiten Grinsen: „Nach Wimbledon so zurückzuschlagen, ist etwas ganz Besonderes. Ich habe hart daran gearbeitet und nun bewiesen, dass ich es kann.“

Sinner im Eiltempo ins Halbfinale

Nächste Machtdemonstration durch Jannik Sinner: Der Titelverteidiger hat bei den US Open das erste rein italienische Viertelfinale der Grand-Slam-Geschichte im Eiltempo für sich entschieden. Der Weltranglistenerste setzte sich mit 6:1, 6:4 und 6:2 gegen David-Goffin-Bezwinger Lorenzo Musetti durch und konnte mit Blick auf das Halbfinale am Freitag gegen Félix Auger-Aliassime (Kanada/Nr. 25) Kraft sparen.

„Es war eine starke, wirklich solide Leistung von mir“, sagte Sinner: „Einige Italiener in der Heimat haben heute sicherlich nicht geschlafen.“ Nach nur 1:59 Stunden verwandelte der Südtiroler gegen Musetti, immerhin die Nummer zehn der Welt, seinen ersten Matchball – es war Sinners 16. Sieg im 16. Match gegen einen Landsmann auf der ATP-Tour, gegen Musetti führt er nun mit 3:0.

<p>Jannik Sinner steht im US-Open-Halbfinae.</p>
Jannik Sinner steht im US-Open-Halbfinae. | Foto: dpa

Der 24-jährige Sinner überrannte seinen ein Jahr jüngeren Landsmann zunächst regelrecht mit druckvollem Spiel und Konzentration auf den Punkt, nach 27 Minuten war der erste Satz bereits gelaufen. Danach fing sich Musetti etwas, gerade sein erster Aufschlag kam nun verlässlicher. Sinner aber blieb zu jeder Zeit Herr der Lage.

Musetti, an dessen Seite Sinner im vergangenen November den Davis Cup gewonnen hatte, soll nur eine Zwischenstation gewesen sein für den Weltranglistenersten auf dem Weg zu weiteren Großtaten für die Tennis-Geschichtsbücher. Bislang etwa hat allein Roger Federer die Australian Open und die US Open in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewinnen können, 2006 und 2007 war das. Sinner fehlen hierzu noch zwei Matcherfolge in Flushing Meadows.

Sinner kann zudem der erst vierte Mann in der Open Era zu werden, der in einer Saison die Finals aller vier Grand-Slam-Turniere erreicht – nach Rod Laver (1969), Federer (2006, 2007, 2009) und Novak Djokovic (2015, 2021, 2023).

Grand-Slam-Rekordgewinner Djokovic und Carlos Alcaraz bestreiten am Freitag (Ortszeit) das zweite Halbfinale. Sinner (vier) beziehungsweise Alcaraz (drei) teilen seit Anfang 2024 sämtliche Majortitel untereinander auf, nach den French Open und Wimbledon könnten sie ein drittes Mal in diesem Jahr in einem Grand-Slam-Finale aufeinandertreffen.

Gegen den früheren Top-Ten-Spieler Auger-Aliassime, der in New York so stark spielt wie lange nicht, ist Sinner jedenfalls erneut klarer Favorit. Das letzte Aufeinandertreffen gewann der Italiener überaus deutlich: Im Viertelfinale von Cincinnati im August hieß es nach 71 Minuten 6:0, 6:2. (belga/sid/tf)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment