Mehr als die Hälfte der belgischen Haushalte bleibt finanziell verletzlich

<p>Belgische Haushalte sparen mehr – doch 54 % bleiben fragil.</p>
Belgische Haushalte sparen mehr – doch 54 % bleiben fragil. | Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Demnach gelten aktuell 46 Prozent der Haushalte als finanziell widerstandsfähig, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2022 (36 %). Gleichzeitig sind aber noch immer 54 Prozent der Belgier finanziell angeschlagen oder fragil.

Besonders stark verbessert hat sich die Situation in der Wallonie und in Brüssel. In der Wallonie sank der Anteil der Haushalte mit schlechter Finanzlage von 40 auf 27 Prozent, während die Zahl der Familien mit stabilen Finanzen von 5 auf 11 Prozent stieg. In Brüssel verringerte sich der Anteil der „finanziell kranken“ Haushalte von 31 auf 23 Prozent. 18 Prozent gelten inzwischen als robust. In Flandern, das schon 2022 besser dastand, fiel die Verbesserung moderater aus: Hier stieg die Resilienz von 16 auf 22 Prozent, während der Anteil der Haushalte mit finanziellen Problemen von 27 auf 21 Prozent sank.

Inflation abgeflaut – Kaufkraft gestärkt

Laut Deloitte-Experte Kasper Peters sind die Verbesserungen vor allem äußeren Faktoren geschuldet: „2022 war von Schocks wie dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise geprägt. Inzwischen haben sinkende Inflation, Lohnindexierungen und die Normalisierung der Energiepreise die Kaufkraft deutlich verbessert.“

Auch beim Sparen gibt es Fortschritte: 26 % der Haushalte legen monatlich mindestens 500 Euro zurück (2022: 19 %). Der Anteil derer, die gar nicht oder kaum sparen können, fiel von 36 auf 30 %. 45 % der Befragten geben außerdem an, ihre Rechnungen problemlos begleichen zu können (2022: 37 %).

Frauen holen auf – Singles bleiben abgehängt

Besonders deutlich verbessert hat sich die Lage von Frauen: Ihr Anteil an finanziell resilienten Personen stieg von 33 auf 44 %. Damit liegt er fast gleichauf mit den Männern (46 %).

Anders sieht es bei jungen Erwachsenen und Singles aus. Unter 35-Jährige bleiben die Gruppe mit der schwächsten Finanzlage – trotz leichter Fortschritte beim Sparen. Noch gravierender ist die Situation bei Alleinstehenden: Nur 12 % von ihnen gelten als finanziell gesund, während es bei Paarhaushalten immerhin 22 % sind. Zwei Drittel der Singles bleiben verletzlich.

Sorgen bereitet ein anderer Befund: Nur 32 % der Befragten verfügen über ausreichende Finanzkenntnisse. Weniger als ein Drittel beantwortete die Basisfragen im Test korrekt – ein Rückgang gegenüber 2022.

Deloitte und Argenta fordern deshalb, stärker in Finanzbildung und langfristige Planung zu investieren. Nicht nur besonders gefährdete Gruppen, sondern alle Bevölkerungsschichten sollten davon profitieren. „Nur so können wir die finanzielle Gesundheit in Belgien nachhaltig stärken“, heißt es im Bericht. (belga/calü)

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