Belgier verfassen mehr Testamente – und das in immer jüngerem Alter
Erbschaft
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In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Belgien fast 41.000 Testamente verfasst, davon allein über 28.000 in Flandern – rund 70 Prozent der Gesamtzahl. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Föderation des Notariats (Fednot) hervor. Auffällig ist, dass das Durchschnittsalter der Testamentsverfasser leicht gesunken ist: von 65 auf 63 Jahre.
Immer mehr Belgier verfassen ein Testament – besonders unverheiratete Paare nutzen diese Möglichkeit zur gegenseitigen Absicherung.
| Illustrationsbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Von den 40.873 im Zentralregister für Testamente (CRT) registrierten Dokumenten entfielen 10.285 auf die Wallonie, 2.283 auf Brüssel und 28.305 auf den Norden des Landes.
„Ein Testament bleibt das ideale Mittel, um – im gesetzlichen Rahmen – selbst zu bestimmen, was mit dem Nachlass geschieht“, erklärt Sylvain Bavier, Notar und Sprecher von notaire.be. „Ehepartner und Kinder haben ohnehin Anspruch auf einen Pflichtteil des Erbes. Über die frei verfügbaren Anteile kann man aber andere Personen oder Organisationen begünstigen. Ohne Testament greift automatisch die gesetzliche Erbfolge.“
Laut Fednot greifen vor allem unverheiratete Paare zum Testament, um sich gegenseitig besser abzusichern. Nach geltendem Recht erben sie sonst kaum oder gar nichts voneinander.
Das Durchschnittsalter der Testierenden lag im ersten Halbjahr bei 63 Jahren – etwas niedriger als in den vergangenen fünf Jahren (64 bis 65 Jahre). Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: In Flandern liegt das Durchschnittsalter bei 62 Jahren, in der Wallonie bei 66 und in Brüssel bei 69 Jahren. (belga/rt)
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