Einschmuggeln von Drogen: Drohnen sollen Gefängnisse überwachen

<p>Die Drohnenüberwachung wird als Erstes im neuen Gefängnis von Haren getestet.</p>
Die Drohnenüberwachung wird als Erstes im neuen Gefängnis von Haren getestet. | Foto: belga

Geplant sind mehrere Einsätze pro Tag: vier Flüge zur Überwachung der Gefängnismauern, drei über die Höfe sowie zwei über den Parkplatz des Personals. Ziel ist es, verdächtige Aktivitäten wie das Einschmuggeln von Drogen oder Mobiltelefonen rasch zu erkennen und einzudämmen.

Als Pilotstandort wurde das 2022 eröffnete Gefängnis von Haren im Norden Brüssels ausgewählt, das besonders häufig von Lieferungen von Drogen, Telefonen und anderen verbotenen Gegenständen per Drohne oder Würfen von Paketen über die Mauern betroffen ist. Auch die Anstalt in Antwerpen soll in den Versuch einbezogen werden. „Jeden Tag werden Drohnen abgefangen oder Personen festgenommen, die Drogen über die Mauern werfen“, warnte zuletzt Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS).

Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) verankerte das Projekt in ihrer politischen Agenda. Neben den autonomen Drohnen wird auch der Einsatz von Systemen geprüft, die per Funktechnik fremde Drohnen erkennen können.

Die Gewerkschaften begrüßen die Pläne. „Alles, was die Umgebung der Gefängnisse sicherer macht, stärkt auch das Sicherheitsgefühl des Personals“, betont Grégory Wallez von der CGSP. Sein Kollege Ruben Van Lancker (CSC) sieht zudem Chancen für die Beschäftigten: Viele seien bereit, sich für den Drohneneinsatz schulen zu lassen.

Banden, die Kinder einsetzen, hart bestrafen

Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) hat am Montag ein Gesetzesvorhaben angekündigt, das kriminelle Banden strenger bestrafen soll, wenn sie Minderjährige für ihre Geschäfte missbrauchen. Hintergrund ist ein aktueller Drogenfund im Hafen von Antwerpen, bei dem ein erst 14-jähriges Bandenmitglied aufgefallen war. Verlinden betonte, dass vor allem die Bandenführer ins Visier genommen werden sollen, während Jugendliche häufig selbst Opfer ihres Umfelds seien. Ziel sei es, die Ausbeutung junger Menschen durch Kriminelle konsequent zu unterbinden. Das entsprechende Gesetzesvorhaben liegt derzeit dem Staatsrat zur Prüfung vor und soll in den kommenden Monaten ins Parlament eingebracht werden. Damit will die Ministerin ein klares Signal setzen, dass Kinder nicht länger von Banden instrumentalisiert werden dürfen. (belga/gz)

(gz/belga)

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