Stabile Sommerbilanz für Ostbelgiens Tourismus

<p>Natur, Wandern und Radwege bleiben auch 2025 die Hauptanziehungspunkte für Urlauber.</p>
Natur, Wandern und Radwege bleiben auch 2025 die Hauptanziehungspunkte für Urlauber. | Foto: ostbelgien.eu/Dominik Ketz

Laut Umfrage der Tourismusagentur Ostbelgien (TAO) unter ihren Mitgliedern lag die durchschnittliche Auslastung der Ferienwohnungen und Campingplätze im Sommer bei rund 75 %, während die Hotels, Herbergen und Gästezimmer eine durchschnittliche Auslastung von knapp unter 70 % mitteilten. Obwohl das langsame Anlaufen der Sommersaison besorgte Stimmen förderte, schätzten schlussendlich rund 65 % der Hotel- und Gästezimmerbetreiber sowie rund 69 % der Besitzer von Ferienwohnungen oder Campingplätzen die Auslastung im Vergleich zum Vorjahr als gleichbleibend ein. Unter den Hotel- und Gästezimmerbetreibern gaben 23 % im Vergleich zu 2024 eine schlechtere Auslastung an, 12 % eine bessere. Unter den Ferienwohnungen und Campingplätzen beurteilten 21 % die Saison 2025 als besser, 10 % verzeichneten eine schlechtere Saison als im Vorjahr.

Buchungen finden meist in direktem Kontakt statt.

Insgesamt beobachten die Betreiber von touristischen Unterkünften eine steigende Anzahl an Last-Minute-Buchungen und dass die Buchungszahlen wetterabhängig sind. Zudem wird Ostbelgien eher für Kurzurlaube genutzt. Im Schnitt beträgt die Verweildauer 2,4 Tage. Dies ist besonders bei den Hotels und Gästezimmern zu beobachten, deren Gäste meist zwei Nächte lang bleiben. Am zweithäufigsten sind dabei Aufenthalte mit nur einer Übernachtung. Unter den Ferienwohnungen und Campingplätzen sind Aufenthalte von einer Woche weiterhin verbreitet, doch auch hier gewinnen Kurzurlaube von zwei oder drei Tagen an Bedeutung.

Laut Befragung buchen Ostbelgiens Unterkunftsgäste ihren (Kurz-)Urlaub am liebsten im direkten Kontakt mit dem jeweiligen Betreiber. Bei den Gästen von Hotels und Gästezimmern ebenfalls beliebt ist das Reservieren über hauseigene Buchungstools auf den Webseiten der Häuser. Buchungen in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen hingegen finden neben dem direkten Kontakt auch häufig auf externen Plattformen statt.

Einen wesentlichen Einfluss auf die Buchungslage haben nach wie vor Faktoren wie das Wetter oder besondere Angebote der Betriebe. Unter den Hotels und Gästezimmern wird dabei das Wetter als wichtigster Buchungsfaktor angeführt, während die Ferienwohnungen diesem Faktor weniger Bedeutung beimessen als den hauseigenen Angeboten. Außerdem heben sie hervor, dass die Schönheit der Natur und die vielzähligen Wander- und Radwege wichtige Argumente für einen Urlaub in Ostbelgien sind.

Outdoor-Aktivitäten wie das Wandern sind weiterhin sehr beliebt.

Parallel dazu zeigte die Befragung der touristischen Dienstleister, dass das Wandern für ihre Gäste die wichtigste Art der Freizeitgestaltung ist. Das Radfahren erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit und folgt den Wanderrouten als zweitwichtigste Aktivität. Unter den Hotel-, B&B- und Herbergsgästen ist laut Umfrage das Mountainbiken die drittwichtigste Aktivität, während Gäste von Ferienwohnungen und Campingplätzen sich an den kulturellen Ausflugszielen, wie etwa Museen und Sehenswürdigkeiten der Region erfreuen. Weitere Höhepunkte sind die regionale Gastronomie, die einzigartige Natur des Hohen Venns und das Formel1-Rennen in Spa-Francorchamps, welches jährlich für ausgebuchte Häuser sorgt.

<p>Viele Gäste buchten ihren Sommerurlaub in Ostbelgien spontan und wetterabhängig.</p>
Viele Gäste buchten ihren Sommerurlaub in Ostbelgien spontan und wetterabhängig. | Foto: Worriken/An Van Rie

Auf die Frage, ob sie vor dem Hintergrund der weltweiten klimatischen Veränderungen neue Publikumstypen in ihrer Unterkunft bemerken, antworten rund drei Viertel der befragten Unterkünfte, dass der Klimawandel bislang keinen Einfluss auf ihre Buchungslage hat. Allerdings stellt ein Viertel der Befragten fest, dass sie mehr Gäste beherbergen, die früher im Süden Europas Urlaub gemacht haben, jetzt aber mildere Regionen suchen.

Konkret zu den Herkunftsländern Ihrer Gäste befragt, melden die Unterkünfte, dass die größte Urlaubergruppe aus dem belgischen Inland, genauer Flandern, stammt. Darauf folgen die Niederlande und Deutschland. Die Wallonie, die bis vor wenigen Jahren noch stets als zweitwichtigste Gruppe genannt wurde, liegt nun nur mehr auf dem vierten Platz. Besucher aus den anderen benachbarten Herkunftsländern oder auch Ostbelgien selbst liegen laut Umfrage weiter hinten. Anzumerken ist hierbei, dass einige der Befragten mitteilten, diesen Sommer Gäste aus skandinavischen Ländern und besonders Dänemark verzeichnet zu haben.

„Ich bin zufrieden mit der Bilanz“, erklärt DG-Tourismusminister Gregor Freches (PFF) auf GrenzEcho-Nachfrage. Zudem spricht der Minister den wirtschaftlichen Akteuren, die maßgeblich an dem Ergebnis beteiligs sind und waren, ein großes Lob aus – auch ein Dank bleibt dabei nicht aus, „denn Touristen brauchen ein Angebot vor Ort“. Ein klares Ziel verfolgt die DG-Regierung zudem laut Gregor Freches: Die durchschnittliche Verweildauer soll von 2,4 auf 3 Tage erhöht werden. (red/nc)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment