Gleich zu Beginn schien AEK-Kapitän Harold Moukoudi noch nicht ganz bei der Sache: Eine missratene Rückgabe hätte fast zum Eigentor geführt. Angepeitscht von einem lautstarken Publikum – darunter auch viele griechische Anhänger – kam Anderlecht danach zu einer Reihe von Chancen. Torhüter Thomas Strakosha rettete AEK mehrmals gegen Cesar Huerta, Thorgan Hazard und Dolberg.
Nach einer Viertelstunde flachte das Spiel etwas ab. Die Anderlecht-Fans nutzten die Pause, um mit minutenlangem Applaus ihrem Verteidiger Moussa N’Diaye beizustehen, der nach einem tragischen Todesfall in seiner Familie nach Senegal gereist war. „Courage Moussa“ stand dazu auf den Stadionbildschirmen.

In der 21. Minute war es dann so weit: Dolberg bekam am Strafraumrand etwas Platz und jagte den Ball unhaltbar in den Winkel – 1:0 für Anderlecht. Kurz vor der Pause vergab Huerta die große Chance auf den Ausbau der Führung.
Nach dem Seitenwechsel übernahm AEK zunächst das Kommando, doch mit zunehmender Spielzeit kontrollierte Anderlecht wieder das Geschehen. Hazard, Dolberg und Nilson Angulo ließen weitere gute Möglichkeiten aus, während die Gäste wenig Zielstrebigkeit zeigten. Doch in der 75. Minute schlug Athen eiskalt zu: Nach unentschlossenem Abwehrverhalten der Gastgeber traf Joker Niclas Eliasson zum 1:1.

Nur Minuten später hatte Angulo Pech, als sein Schuss am Pfosten landete. Auch Hazard konnte den Abpraller nicht verwerten. RSCA-Trainer Besnik Hasi warf in der Schlussphase noch frische Kräfte ins Spiel, doch es blieb beim Remis. In der Nachspielzeit sah AEK-Spielmacher Petros Mantalos noch Gelb-Rot, doch auch diese Überzahl konnte Anderlecht nicht mehr nutzen.
Damit ist vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag (28. August) in Athen noch alles offen. Der Sieger zieht in die Ligaphase der Conference League ein, für den Verlierer endet das Europapokal-Abenteuer.
Europa League: Genk zerlegt Lech Posen
Racing Genk steht mit einem Bein in der Ligaphase der Europa League. Die Limburger überrollten am Donnerstagabend im Play-off-Hinspiel den polnischen Vizemeister Lech Posen mit 5:1 und machten damit schon vor dem Rückspiel so gut wie alles klar.

Besonders in der ersten Halbzeit brannte Genk ein Offensivfeuerwerk ab: Gleich viermal schlugen die Limburger zu und ließen den Gastgebern kaum Luft zum Atmen. Mittelfeldstratege Patrik Hrosovsky avancierte dabei mit einem Doppelpack zum Mann des Abends.
Nach der Pause schaltete Genk einen Gang zurück, legte aber noch den fünften Treffer nach. Der Ehrentreffer für Posen änderte nichts mehr am klaren Kräfteverhältnis auf dem Platz.
Das Rückspiel steigt kommenden Donnerstag in der Cegeka Arena. Für Genk dürfte es dabei nur noch Formsache sein, den Einzug in die Ligaphase auch rechnerisch perfekt zu machen. (calü)

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