„Unsere Teams stehen vor unmöglichen Entscheidungen. Wir müssen auswählen, welche Familien Schutz finden – und welche auf der Straße bleiben“, erklärt Samusocial-Direktor Sébastien Roy. Besonders beunruhigend: Unter den Betroffenen sind viele Kinder, die nun ohne Obdach großen physischen und psychischen Risiken ausgesetzt sind.
Der Druck auf die Notunterkünfte hat sich seit Anfang August nochmals verschärft. Grund ist eine neue föderale Regelung: Bestimmte Asylsuchende erhalten keine materielle Hilfe mehr und sind damit vom Fedasil-Aufnahmesystem ausgeschlossen. „Doch diese Familien verschwinden nicht einfach“, warnt Sébastien Roy. „Sie bleiben in Brüssel, völlig ungeschützt, und suchen Hilfe in ohnehin überlasteten Einrichtungen.“
Gefahr für den sozialen Zusammenhalt
Die Hilfsorganisation kritisiert, dass die Politik auf die Migrationsfrage bislang weder „menschliche“ noch „strukturelle“ Antworten gefunden habe. Das Fehlen nachhaltiger Lösungen treibe viele Menschen in die Verzweiflung – und in riskante Strategien: illegale Besetzungen von Gebäuden, Schlafen in Metro-Stationen oder gefährliche Verhaltensweisen, um das tägliche Überleben zu sichern.
Die wachsende Obdachlosigkeit treffe nicht nur die Betroffenen selbst, sondern gefährde zunehmend auch den sozialen Zusammenhalt der gesamten Stadtgesellschaft, mahnt Samusocial. (belga/calü)

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