Der Brand vom 18. Januar 2021 hatte das Dach des von Jugendstil-Architekt Victor Horta entworfenen Gebäudes und Teile der Ausstellungsräume stark beschädigt. Zwar blieb die Orgel mit mehr als 3.000 Pfeifen damals von den Flammen verschont, doch das Löschwasser richtete massiven Schaden an.
Nach jahrelangen Vorbereitungen kann nun endlich die aufwendige Restaurierung beginnen. Ziel ist es, die historische Fassade der Orgel zu bewahren und teilweise nach den ursprünglichen Entwürfen Hortas zu rekonstruieren. Das eigentliche Instrument jedoch wird komplett neu gebaut. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 2 Millionen Euro.
Den Zuschlag erhielt die renommierte österreichische Orgelbaufirma Rieger. „Es ist für uns eine Ehre und gleichzeitig ein Ansporn“, erklärte das Unternehmen. „Das neue Instrument wird durch Vielseitigkeit glänzen und eine Brücke zwischen Tradition und Moderne schlagen.“
Ein Instrument mit bewegter Geschichte
Die Brandkatastrophe von 2021 war nicht der erste Schicksalsschlag für die Bozar-Orgel. Bereits 1967 wurde das Instrument bei einem Feuer teilweise zerstört. Die damalige Restaurierung begann erst 1993 und zog sich über 24 Jahre hin. Kaum vier Jahre später kam es erneut zu einem Rückschlag.
Orgelmusik dank digitaler Brücke
Damit das Bozar in der Zwischenzeit nicht ohne Orgelklänge auskommen muss, wurde eine innovative Lösung gefunden: Über eine Glasfaserverbindung wird künftig das Orgelspiel aus der Brüsseler Kathedrale Saint Michel et Gudule live in den Konzertsaal Henry Le Boef übertragen.
„Organisten können die Kathedralenorgel von dort aus bespielen, während der Klang in Echtzeit im Konzertsaal erklingt“, erklärt Bozar-Sprecher Andries Bomans. Das erste Konzert mit dieser Technologie ist für den 8. März 2026 geplant – ein Novum in Belgien. (belga/calü)

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