DJ Skazi sorgt bei Tomorrowland für politischen Eklat – NGO fordert Auftrittsverbot

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DJ Skazi stand bereits im letzten Jahr auf der Bühne des Festivals. | Fotos: privat

Skazi, der in den sozialen Netzwerken mehrfach seine Unterstützung für israelische Soldaten öffentlich gemacht hat, sagte: „Der Krieg findet zu 50 % auf dem Schlachtfeld und zu 50 % online und überall sonst statt. Das ist es, was wir auf solchen Festivals tun.“

Diese Aussage sorgt insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden militärischen Offensive Israels im Gazastreifen für scharfe Reaktionen. Die belgische Dachorganisation 11.11.11, die sich für Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte einsetzt, fordert deshalb die Festivalleitung auf, Skazis Auftritt abzusagen. „Wenn ein Künstler auf einer Bühne erscheint und stolz eine Armee unterstützt, die aktiv einen Genozid verübt, ist das keine harmlose Geste“, so die Organisation. „Es ist keine politische Neutralität – es ist Parteinahme.“

Tomorrowland, das traditionell viele israelische Besucher anzieht, erklärte auf Anfrage, dass es klare Regeln für alle Künstler gebe. Laut Pressesprecherin Debby Wilmsen sei es etwa verboten, nicht genehmigte Botschaften in anderen Sprachen als Englisch auf der Bühne zu äußern. Sollte ein Act gegen diese Vorschriften verstoßen, drohten Konsequenzen – bis hin zum Ausschluss vom Festival. „Tomorrowland steht für Musik, Begegnung und Respekt – nicht für politische Propaganda oder Spaltung.“ (belga/calü)

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