Immer mehr Belgier verzichten auf ihr Erbe – aus gutem Grund

<p>Schuldenfalle vermeiden: Tausende Belgier lehnen Erbschaft ab.</p>
Schuldenfalle vermeiden: Tausende Belgier lehnen Erbschaft ab. | Foto: Silvia Marks/dpa

Bis vor einigen Jahren musste man sich noch an ein Gericht wenden, um auf sein Erbe zu verzichten. Heute ist das deutlich einfacher: Ein Besuch beim Notar genügt. Und wie es scheint, wissen immer mehr Menschen davon. „Das Bewusstsein, dass man eine Erbschaft kostenlos über einen Notar ausschlagen kann, nimmt zu“, sagt Sylvain Bavier, Sprecher von notaire.be.

Im gesamten letzten Jahr verzichteten rund 58.500 Belgier auf ein Erbe – meist, um sich nicht mit offenen Rechnungen oder überschuldetem Eigentum belasten zu müssen. Wer sicher ist, dass das Vermögen des Verstorbenen nicht ausreicht, um dessen Schulden zu decken, kann guten Gewissens verzichten.

Laut Gesetz haben Erbberechtigte grundsätzlich drei Möglichkeiten: Sie können eine Erbschaft vollständig annehmen, sie unter dem Vorbehalt eines Inventars annehmen oder sie gänzlich ausschlagen.

Vor allem die dritte Option wird zunehmend genutzt – auch, weil sie unter bestimmten Bedingungen kostenlos ist. Entscheidend ist, dass der Netto-Nachlasswert 6.093,20 Euro nicht übersteigt. Dann kann der Notar die Ausschlagung gebührenfrei vornehmen.

Wer eine Erbschaft ausschlägt, ist nicht mehr für die Schulden des Verstorbenen haftbar. Gläubiger können sich dann nicht mehr an die Erbin oder den Erben wenden. (belga/calü)

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