Lachgasbehälter sorgen für Probleme bei der Müllverbrennung

<p>Die illegale Nutzung von Distickstoffmonoxid als Partydroge nimmt zu. Zurück bleiben nicht nur gesundheitliche Risiken, sondern auch leere Kartuschen, die bei unsachgemäßer Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen explodieren können.</p>
Die illegale Nutzung von Distickstoffmonoxid als Partydroge nimmt zu. Zurück bleiben nicht nur gesundheitliche Risiken, sondern auch leere Kartuschen, die bei unsachgemäßer Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen explodieren können. | Illustrationsfoto: Marcus Brandt/dpa

Vor allem größere Druckluftflaschen mit Restgas richten dabei erhebliche materielle und finanzielle Schäden an. Die Sicherheit der Mitarbeiter steht dabei ebenfalls auf dem Spiel, wie es in der Pressemitteilung des deutschsprachigen Regionalabgeordneten Freddy Mockel (Ecolo) heißt.

Allein in Brüssel musste die einzige Anlage letztes Jahr aufgrund von Explosionen 40 mal heruntergefahren werden – was in 2024 einen finanziellen Schaden in Höhe von rund 8,8 Mio. Euro bedeutete. Aus Platzgründen habe bisher keine Vorsortierungsanlage errichtet werden können.

Diese alarmierenden Zahlen nahm der Ecolo-Regionalabgeordnete zum Anlass, den wallonischen Umweltminister Yves Coppieters (Les Engagés) zu befragen, um ein genaueres Bild der Lage in den wallonischen Müllverbrennungsanlagen zu erhalten. „Leider konnte der Minister nur sehr spärliche Informationen liefern“, heißt es in dem Kommuniqué. Er bestätigte für die letzten vier Monaten von 2024 in den vier wallonischen Müllverbrennungsanlagen rund 800 Explosionen. Er teilte darüber hinaus mit, dass die betreibenden interkommunalen Zweckverbände noch keine Vorsortierungslösungen umgesetzt haben. Zu den Kosten konnte er keine Auskünfte geben.

Mockel zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Lage nicht richtig erfasst sei: “Wir haben keine Sicht auf die Kosten, die von den Interkommunalen verbucht werden müssen. Dabei können diese nur erheblich sein und man sollte dringend das Problem in den Griff kriegen. Diese Kosten werden bei den Gemeinden landen und letztendlich werden die Bürger mehr Müllsteuer zahlen müssen.” Eine Vorsortierung könne die Situation verbessern, verursache aber ebenfalls Kosten. „Man müsse auch das Problem an der Wurzel anpacken, beispielsweise durch eine strengere Kontrolle des Verkaufs“, heißt es in weiter. Manche Akteure fordern auch ein Pfandsystem für die Behälter. (red/nc)

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