2021 siegte Mathieu van der Poel für „Poupou“ Poulidor: Für die Tour geht es zur Mûr-de-Bretagne

<p>Im Juni 2021 siegte Mathieu van der Poel an der Mur-de-Bretagne.</p>
Im Juni 2021 siegte Mathieu van der Poel an der Mur-de-Bretagne. | Foto: belga

Die 196,6 km zwischen der Hafenstadt Saint-Malo und Mûr-de-Bretagne in der bretonischen Gemeinde Guerlédan bieten zahlreiche Gelegenheiten für Attacken. Der Höhepunkt besteht aus der Côte du village de Mûr-de-Bretagne, die zweimal bezwungen werden muss und auch den Schlussanstieg darstellt.

Die zwei Kilometer sind bis zu 16 Prozent steil, ideales Terrain für Titelverteidiger Tadej Pogacar. Insgesamt geht es über 2450 Höhenmeter, die meisten im letzten Drittel des Rennens. Knapp 80 km vor dem Ziel passiert der Tour-Tross auch Yffiniac, den Geburtsort von Bernard Hinault, dessen Aufnahme in das Programm eine Hommage an die französische Ikone sein soll.

2021 gewann van der Poel in Gedenken an „Poupou“ Raymond Poulidor in der Bretagne

Zum fünften Mal endet eine Tour-Etappe in Mûr-de-Bretagne. Zuletzt gewann hier der Niederländer Mathieu van der Poel im Jahr 2021 und feierte einen höchst emotionalen Etappensieg. Mit seinem Erfolg holte sich der Niederländer bei seiner ersten Teilnahme an der Frankreich-Rundfahrt das Gelbe Trikot – bei der Zieleinfahrt ehrte der damals 26-Jährige seinen im November 2019 verstorbenen Großvater Raymond Poulidor.

Der in Frankreich auch für seine Duelle mit Jacques Anquetil über alle Maßen beliebte und als „ewiger Zweiter“ bezeichnete Poulidor hatte in Paris acht Mal auf dem Podium gestanden – bei insgesamt 14 Tour-Starts aber nie das Maillot Jaune getragen.

<p>Raymond Poulidor, Großvater von Mathieu van der Poel, verstarb im November 2019 im Alter von 83 Jahren.</p>
Raymond Poulidor, Großvater von Mathieu van der Poel, verstarb im November 2019 im Alter von 83 Jahren. | Foto: belga

„Es ist schade, dass er nicht mehr da ist. Ich könnte mir vorstellen, dass Opa sehr stolz gewesen wäre. Es wäre ein schönes Foto gewesen“, sagte van der Poel damals unter Tränen im Ziel.

Für die Entscheidung hatte er 2021 bei der zweiten Passage über die „Mûr“ gesorgt: Einen Kilometer vor dem Ziel startete van der Poel die entscheidende Attacke. Mehr als fünf Minuten lang habe er 551 Watt getreten, schrieb „Sporza“ – damals absoluter Bestwert des Niederländers. „An wen ich gedacht habe? An meinen Großvater“, erklärte er später aufgelöst im Interview.

In die 7. Etappe startet er im Gelben Trikot – das mit nur einer Sekunde Vorsprung auf Tadej Pogacar. Der slowenische Titelverteidiger kündigte bereits die nächste Attacke an. (mn)

Die 7. Etappe der Tour de France

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