„Es ist wichtig, dass unsere Bevölkerung bei sensiblen und oft komplexen Steuerangelegenheiten wie bei Erbschaften eine Ansprechperson in ihrer Sprache hat – mit Kenntnis der lokalen und grenzüberschreitenden Realität“, betont Mauel.
Die Steuerhoheit über Erbschaften liege bereits seit der fünften Staatsreform (2001) bei den Regionen, wurde bislang aber noch vom Föderalstaat operativ verwaltet. Mit der nun geplanten Übernahme wolle die Wallonie ihre Finanzautonomie weiter ausbauen. „Wenn die Region die Steuersätze bestimmt, sollte sie auch für die konkrete Umsetzung zuständig sein – das schafft Transparenz, Effizienz und Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern“, so Mauel weiter.
Die Vorbereitungen laufen laut Mauel bereits: Seit Anfang 2025 seien die föderalen Behörden offiziell informiert und erste technische Maßnahmen eingeleitetworden – etwa in den Bereichen Digitalisierung, Personalrekrutierung und Kooperation mit Notaren. Ein Team von 30 sogenannten „Ambassadeurs“ soll ein Jahr vor der offiziellen Übernahme die Übergangsphase begleiten, darunter ausdrücklich auch eine deutschsprachige Person. „Ich halte es für ein sehr starkes Signal, dass der wallonische Finanzdienst ab der Übernahme der neuen Steuerzuständigkeit auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft präsent und ansprechbar sein wird“, erklärt Mauel. „Die Bestätigung eines deutschsprachigen Profils unter den 30 Übergangsverantwortlichen ist ein klares Zeichen des Respekts gegenüber den sprachlichen und strukturellen Besonderheiten unserer Region.“
Die Einbindung der Notariate, die in über 90 Prozent der Fälle bei Erbschaften und Immobilienübertragungen eine Rolle spielten, werde ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. In den kommenden Monaten stünden nun vor allem technische und rechtliche Abstimmungen auf dem Programm. Mauel zeigt sich zuversichtlich: „Jetzt kommt es darauf an, diesen Übergang gemeinsam gut vorzubereiten.“ (red/nc)

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