Draisaitl selbst wollte die beiden Niederlagen nicht gegeneinander aufwiegen. „Es tut immer weh. Ich weiß nicht. Da gibt es nicht ‚mehr oder weniger‘. Es fühlt sich genauso an“, sagte der Deutsche. Angesprochen auf mögliche Lehren aus der Pleite zeigte er sich etwas angefressen. „Die Lehre ist, dass wir nicht gewonnen haben. Das interessiert keinen. Niemanden interessiert das. Wir müssen es nächstes Jahr wieder versuchen.“
Draisaitls erneutes Scheitern bescherte Nico Sturm den zweiten NHL-Triumph. Der Augsburger, in der Finalserie ohne Einsatz für Florida, hatte 2022 mit der Colorado Avalanche den Stanley Cup gewonnen. Für den entscheidenden vierten Sieg sorgte Sam Reinhart in der Nacht zu Mittwoch mit einem Viererpack (5./38./54./55.).
„Wir haben gegen ein echt gutes Team verloren, niemand hat abgeschenkt und das Handtuch geworfen. Die sind wirklich gut und haben aus gutem Grund zweimal hintereinander den Stanley Cup gewonnen“, sagte Oilers-Kapitän Connor McDavid: „Ich glaube nicht, dass die Leute gedacht haben, dass wir es so weit schaffen. Wir haben daran geglaubt. Es hat nur wieder nicht ganz gereicht.“
Nach der 2:5-Heimpleite am Samstag standen die Oilers in Sunrise unter Zugzwang und hätten gewinnen müssen, um ein Entscheidungsspiel in eigener Halle zu erzwingen. Doch die Panthers nutzten gleich ihren ersten Matchball und sind das erste Team seit Tampa Bay Lightning (2021), das seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte.
Damit geht auch im Eishockey-Mutterland das lange Warten auf die NHL-Krone weiter. Zuletzt hatte Rekordmeister Montréal Canadiens im Jahr 1993 die Trophäe nach Kanada geholt.
Draisaitl (29), der bei den beiden einzigen Siegen der Oilers gegen die Panthers jeweils in der Overtime getroffen hatte, blieb in der Amerant Bank Arena in Sunrise ohne Scorerpunkte. Der Kölner, in der Hauptrunde mit 52 Treffern Gewinner der Torjägerkrone und Zweiter bei der Wahl des wertvollsten Spielers (MVP) hinter Goalie Connor Hellebuyck (Winnipeg Jets), schloss die Finalserie mit vier Toren und vier Assists ab.
Als erstem Spieler der NHL-Historie waren Draisaitl in den Play-offs vier Treffer in der Overtime gelungen. Nicht genug, um endlich den Titel zu holen. (sid/tf)

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