Aktuell werde die Verbindung von Eupen über Raeren durch die SNCB beziehungsweise Infrabel weiterhin als taktische Ausweich- und Teststrecke unterhalten, hieß es in dem Kommuniqué, das vom Kabinett Freches veröffentlicht wurde. Auf der deutschen Seite stehen derweil weitere Infrastrukturmaßnahmen an, um die Strecke für einen dauerhaften Verkehr nutzbar zu machen. Aktuelle Studien unterstreichen zudem, dass mit modernen Hybridlokomotiven ein zuverlässiger Betrieb auf der Strecke technisch realisierbar ist. Dies würde bedeuten, dass keine durchgängige Elektrifizierung der Strecke notwendig wäre. „Eine grenzüberschreitende Verbindung zwischen Verviers, Eupen und Stolberg würde nicht nur zur Stärkung des Alltagspendlerverkehrs beitragen, sondern wäre ein entscheidender Impuls für den regionalen Tourismus und die nachhaltige Mobilität im Herzen Europas“, wird Minister Freches in der Mitteilung zitiert.
Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke erläuterte demnach in dem Gespräch, dass die Strecke aktuell nicht im Infrastrukturplan der SNCB für 2023–2026 vorgesehen, eine Aufnahme in den Plan 2026–2029 jedoch durchaus möglich sei. Voraussetzung sei eine Absichtserklärung, die gemeinsam mit dem neuen deutschen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder abgestimmt werden müsse. Gespräche zu diesem Thema laufen bereits zwischen den Kabinetten der Minister.
Zudem wurde vereinbart, dass sich Minister Crucke gemeinsam mit den Geschäftsführern von Infrabel und SNCB den Eupener Bahnhof vor Ort ansehen werde. „Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine langfristige Integration in die belgischen Infrastrukturpläne zu schaffen“, hieß es. Minister Freches überreichte im Nachgang des Treffens eine Resolution des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG), in der sich die Abgeordneten geschlossen für die Reaktivierung der Strecke und den Erhalt des Bahnhofs Eupen aussprechen.
Minister Crucke: Keine Pläne zur Schließung des Eupener Bahnhofs
Minister Crucke versicherte den Angaben zufolge, dass es keine Pläne zur Schließung des Eupener Bahnhofs gebe. „Für uns als Tourismusregion ist eine funktionierende Bahnverbindung ein entscheidender Standortvorteil. Die Wiederanbindung zwischen Verviers, Eupen und der Städteregion Aachen sowie die Möglichkeit der direkten Weiterfahrt von Stolberg nach Köln und andernorts wäre ein starkes Signal für nachhaltigen Tourismus, Klimaschutz und Lebensqualität in der Region“, sagte Minister Freches.
Die nächsten Schritte sehen ein Treffen mit dem deutschen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sowie eine abgestimmte Machbarkeitsprüfung für die Infrastrukturaufnahme 2026–2029 vor. (red/sc)

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