Großes Kino: Spektakuläres Finale für „Mission: Impossible“

<p>Ein letztes Mal schlüpft Tom Cruise in seine ikonische Rolle des Ethan Hunt.</p>
Ein letztes Mal schlüpft Tom Cruise in seine ikonische Rolle des Ethan Hunt. | Foto: Ian West/picture alliance/dpa/PA Wire

In sieben „Mission: Impossible“-Filmen jagte Tom Cruise um die Welt. Als Spezialagent Ethan Hunt brach er ins CIA-Hauptquartier ein, raste in Paris auf dem Motorrad durch den Gegenverkehr, hing an einem fliegenden Flugzeug und kletterte die Außenwand des Burj Khalifa in Dubai hoch. Kaum ein halsbrecherischer Stunt, den er nicht gemacht hätte. Doch nach knapp 30 Jahren soll nun Schluss sein für Ethan Hunt. „Mission: Impossible - The Final Reckoning“, der achte Teil der Reihe, ist das große Finale.

„Ich habe gemischte Gefühle“, erzählt Simon Pegg im Interview der Deutschen Presse-Agentur in London. Pegg ist seit 20 Jahren dabei und spielt zum sechsten Mal Ethan Hunts Teamkollegen Benji. „Ich bin sehr zufrieden. Ich finde, es ist ein wundervoller, runder Abschluss einer Reise, die schon zehn Jahren vor meinem Einstieg ins Franchise begann. Aber ich bin auch traurig.“ Der neue Film von Regisseur Christopher McQuarrie ist die direkte Fortsetzung von „Mission: Impossible – Dead Reckoning“, der 2023 ins Kino kam. Darin hatte es Ethan Hunt mit einem nicht menschlichen Gegner zu tun. Eine Künstliche Intelligenz, die Entität, strebt die globale Kontrolle an. Der mysteriöse Gabriel (Esai Morales), der einst Hunts Geliebte ermordet hatte, hilft der KI. Hunt und sein Team, zu dem Hacker Luther (Ving Rhames)und neuerdings die Meisterdiebin Grace (Haley Atwell)gehören, ergattern einen geheimnisvollen Schlüssel. Der führt zum Quellcode, mit dem sich die Entität stoppen lässt. In „The Final Reckoning“ geht das rastlose Spektakel direkt weiter.

Auf das Publikum prasselt vieles ein. Um den Überblick zu behalten, sollte man den Vorgängerfilm gut in Erinnerung haben. Das „Mission:Impossible“-Finale hat Rückbezüge zu älteren Filmen. Rückblenden helfen. Großartig ist etwa der Auftritt von William Donloe (Rolf Saxon), dem im ersten Film übel mitgespielt wurde. Einige frühere Handlungselemente werden allerdings nachträglich unnötig umgedeutet – sogenanntes Retconning.

Krönender Abschluss der Agentensaga

Noch mehr als in allen vorherigen Filmen ist Ethan Hunt bei seinem mutmaßlich letzten Einsatz ein Superheld, der schier übermenschliche Dinge leistet. Das ist zwar reichlich übertrieben, aber immer unterhaltsam. „The Final Reckoning“ hat weniger rasante Actionszenen, aber nicht weniger Spektakel.Das Flugzeug-Duell, wie üblich real gedreht statt aus dem Computer, ist ein visuelles Fest für Actionfans.

Trotz der Laufzeit von fast drei Stunden hat „Mission: Impossible - The Final Reckoning“ keine Längen. Er ist dramatischer, düsterer und emotionaler als die anderen Filme. Doch Humor an den richtigen Stellen sorgt für Auflockerung.

In der „Mission: Impossible“-Reihe wirkten Filmgrößen wie Vanessa Redgrave, Philip Seymour Hoffman, Jeremy Renner und Henry Cavill mit. Auch das Finale hat eine beeindruckende Besetzung. Dazu zählt Angela Bassett als Erika Sloane, die seit ihrem Auftritt als CIA-Direktorin in „Mission: Impossible - Fallout“ (2018) einen riesigen Karrieresprung gemacht hat.

Das Zusammenspiel des Teams ist erneut unterhaltsam. Die ehemalige Auftragsmörderin Paris (Pom Klementieff) und Agent Degas (Greg Tarzan Davis), die Hunt ursprünglich aus unterschiedlichen Motiven auf den Fersen waren, kämpfen jetzt an seiner Seite für das IMF (Impossible Mission Force). Klementieff, die in „Guardians Of The Galaxy“ ihr komisches Talent bewies, spielt mit sichtlichem Vergnügen eine der schillerndsten Figuren der Serie.

Egal, wen man fragt:alle schwärmen vonLeader Tom Cruise. „Er ist ein Unikat und bringt in jedem das Beste hervor“, sagt Klementieff im dpa-Interview. „Er ist der engagierteste und fleißigste Mensch, den ich je kennengelernt habe“, schwärmt Atwell. „Seine Leidenschaft für Filme treibt ihn dabei immer wieder an. Er lebt dafür, das Publikum zu unterhalten. Er lernt aus allem, was er macht, um sich jedes Mal noch zu verbessern. Das ist ansteckend und inspirierend.“

„Mission:Impossible - The Final Reckoning“ wirkt von Anfang an wie ein Abschiedsfilm. Zu Beginn zelebriert er mit epischer Musik und Rückblenden einige der besten Momente der Agentensaga, die 1996 begann. „Es fühlt sich an wie eine Zusammenführung von allem, was in den vorherigen Filmen passiert ist“, stellt Atwell treffend fest. „Es gibt ein richtiges Gefühl von Abschluss.“ Für Fans der populären Reihe ist „The Final Reckoning“ daher ein großartiges, stellenweise überwältigendes Finale, das seine volle Wirkung in Verbindung mit den anderen sieben Filmen entfaltet. Wer vorher nie einen „Mission:Impossible“-Film gesehen hat, wird sich wohl überfordert fühlen. Allerdings funktionieren die Momente der Spannung und die packenden Actionszenen in jedem Fall und machen „Mission:Impossible - The Final Reckoning“ damit selbst für Neulinge zu einem packenden Kinovergnügen. (dpa/nc)

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