Leo XIV. mahnt: „Nie wieder Krieg!“

<p>Papst Leo XIV. erscheint auf dem Mittelbalkon des Petersdoms zu seinem ersten Sonntagssegen.</p>
Papst Leo XIV. erscheint auf dem Mittelbalkon des Petersdoms zu seinem ersten Sonntagssegen. | Foto: Domenico Stinellis/AP/dpa

Der neue Papst Leo XIV. hat sein erstes Sonntagsgebet auf dem Petersplatz zu einem eindringlichen Friedensappell für die gesamte Welt genutzt. Vom Balkon des Petersdoms rief das neue Oberhaupt der katholischen Kirche vor mehreren Zehntausend Menschen: „Nie wieder Krieg!“ Der erste Pontifex aus den USA, der bisherige Kardinal Robert Francis Prevost, wurde dabei immer wieder mit Applaus und Jubelrufen empfangen. Immer wieder hallten Sprechchöre über den Platz – auf Italienisch: „Leone, Leone“.

Leo XIV. erinnerte an das Ende des Zweiten Weltkriegs mit seinen rund 60 Millionen Todesopfern – ein Ereignis, das sich in diesen Tagen zum 80. Mal jährt. In Anlehnung an seinen Vorgänger Franziskus wolle auch er sich mit einem immer aktuellen Appell „an die Großen der Welt“ wenden: Nie wieder Krieg.

Gleichzeitig forderte der Papst einen „gerechten Frieden“ für die Ukraine sowie einen sofortigen Waffenstillstand im Gazakrieg. In Gaza müsse zudem humanitäre Hilfe ermöglicht und alle Geiseln freigelassen werden. Laut Schätzungen der Polizei hatten sich mehr als 100.000 Menschen auf dem Petersplatz versammelt.

Mit Blick auf den Konflikt zwischen Indien und Pakistan zeigte sich Leo XIV. erfreut: Beide Länder hätten eine Waffenruhe vereinbart und ihren Krieg beendet. Er bete für das, was er das „Wunder des Friedens“ nannte – überall auf der Welt.

Der 69-jährige frühere Missionar und Leiter des Augustinerordens war am Donnerstag als Nachfolger von Papst Franziskus zum 267. Papst der Kirchengeschichte gewählt worden. Zu den ersten Stationen außerhalb des Vatikans zählte ein Besuch am Grab seines Vorgängers: In der Marienkirche Santa Maria Maggiore in Rom legte er eine weiße Rose nieder und betete dort.

Zum Abschluss des Mittagsgebets erinnerte Leo XIV. daran, dass an diesem Sonntag in Italien, Belgien und vielen anderen Ländern Muttertag gefeiert wird. „Ich sende einen besonderen Gruß an alle Mütter – für alles, was sie für uns tun, und auch an alle Mütter, die im Himmel sind.“

Die feierliche Amtseinführung ist für den kommenden Sonntag geplant – ebenfalls auf dem Petersplatz. Es werden Staatsgäste aus aller Welt erwartet. Aus den Vereinigten Staaten, der Heimat des neuen Papstes, wird voraussichtlich Vizepräsident JD Vance anreisen. (belga/dpa/rt)

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