Jahresrückblick „Best of 24“: Starke Bilanz für ostbelgische Jugendarbeit

<p>Die Räumlichkeiten des Jugendbüros der DG im Eupener Brauereihof.</p>
Die Räumlichkeiten des Jugendbüros der DG im Eupener Brauereihof. | Foto: Nico Conrath

„Das Jugendbüro begleitet junge Menschen in allen Lebenslagen. Es schafft Räume, in denen Jugendliche sich entfalten, mitreden und mitgestalten können. Anders als der Name vermuten lässt, ist das Jugendbüro allerdings nicht nur eine Anlaufstelle für junge Menschen, sondern auch für Erwachsene. Organisationen, Fachkräfte und Entscheidungsträger finden dort Beratung zur internationalen Projektarbeit, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Unterstützung durch europäische Programme. Mit seiner Arbeit fördert das Jugendbüro unter anderem Teilhabe, Gerechtigkeit und Chancengleichheit – und leistet damit einen entscheidenden Beitrag für eine starke und zukunftsfähige Gesellschaft in Ostbelgien“, heißt es in der Pressemitteilung. Mit einem engagierten Team von 32 Mitarbeitenden ist das Jugendbüro in der Region bestens verankert.

Der Aufgabenbereich des Jugendbüros verteilt sich auf drei Säulen. Eine erste zentrale Säule bilden die Dienstleistungen des Jugendbüros. So stellt das Jugendbüro unter anderem eine Reisebeistandsversicherung (SURV) für junge Menschen bereit, verwaltet das innerbelgische Austauschprogramm Bel’J und verleiht technisches Material wie Beamer und – besonders beliebt – einen Minibus. Auch der Rat der Deutschsprachigen Jugend (RDJ), der sich als Sprachrohr der ostbelgischen Jugend versteht, sitzt im Jugendbüro. Der RDJ vertritt die Interessen junger Menschen in politischen Gremien, organisiert Veranstaltungen, fördert den Dialog zwischen Jugend und Politik und unterstützt Jugendorganisationen bei ihrer täglichen Arbeit.

Eine weitere zentrale Säule bildet der Bereich der offenen und mobilen Jugendarbeit, der in Ostbelgien unter dem Namen 4You(th) bekannt ist. Ziel ist es, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und zu stärken, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden. Das Konzept von 4You(th) beruht auf sechs Standbeinen und beinhaltet die Jugendarbeit und Streetwork. Das Team von Streetwork begibt sich mit seinen roten „Mobys“ an beliebte Treffpunkte in Ostbelgien und sucht dort gezielt den Kontakt zu Jugendlichen und unterstützt sie bei Bedarf. Ein weiteres Standbein bildet die Arbeit in den insgesamt zwölf vom Jugenbüro verwalteten Jugendtreffs. Diese Treffs bieten Jugendlichen einen Raum zum Treffen und Mitgestalten sowie einen Rückzugsort. Die Jugendarbeiter organisieren sowohl lokale als auch regionale Aktivitäten, schaffen Angebote zur persönlichen Entwicklung und stehen Jugendlichen bei individuellen Anliegen zur Seite – anonym, kostenlos und auf Augenhöhe. Darüber hinaus setzt sich 4You(th) dafür ein, dass Jugendliche ihre Meinung äußern können und fördert den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern. So entsteht ein Raum, in dem junge Menschen ernst genommen und gestärkt werden.

Die dritte zentrale Säule des Jugendbüros bildet die Tätigkeit des Jugendbüros als Nationale Agentur für die europäischen Programme Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps. Unter dem Namen Ostbelgien goes Europe bietet das Jugendbüro Einrichtungen, Fachkräften und (jungen) Menschen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vielfältige Möglichkeiten, sich international zu vernetzen und Kompetenzen auszubauen.

Ein Jahr voller Höhepunkte

Die Programme decken die Bereiche Bildung, Jugend und Sport ab und unterstützen Projekte mit europäischem Mehrwert. Neben den beiden Hauptprogrammen betreut das Jugendbüro eine Vielzahl von europäischen Unterstützungsprogrammen. Im Bildungsbereich zählen dazu eTwinning, eine Plattform für Lehrkräfte, sowie EPALE, die E-Plattform für die Erwachsenenbildung in Europa. Für Jugendliche agiert Eurodesk als europaweites Jugendinformationsnetzwerk und das Youth Wiki als Plattform für Jugendpolitik in Europa. Der Europass stellt ein hilfreiches Online-Tool zur Kompetenzerfassung und zur Karriereplanung bereit.

Der Jahresrückblick „Best of 24“ dokumentiert die Vielfalt der Projekte und Initiativen des Jugendbüros. Ein Höhepunkt des Jahres war die Mitwirkung am Aufbau des „Netzwerk Ostbelgien – Gemeinsam stark gegen Vorurteile“ sowie das Planen von Aktionen anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus. Ziel des Netzwerks ist es, Bewusstsein zu schaffen, Diskriminierung entgegenzuwirken und für ein inklusives Miteinander in Ostbelgien einzutreten.

<p>Vergangenen Sommer trafen sich 17 Streetworker aus den drei Sprachgemeinschaften Belgiens zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen in Eupen und Brüssel.</p>
Vergangenen Sommer trafen sich 17 Streetworker aus den drei Sprachgemeinschaften Belgiens zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen in Eupen und Brüssel. | Foto: Jugendbüro
Im Rahmen eines Bel’J-Projekts hat das Jugendbüro 2024 den innerbelgischen Austausch der Streetworkern organisiert. In Eupen kamen Fachkräfte aus der Flämischen, Französischen und Deutschsprachigen Gemeinschaft zusammen, um sich über Herausforderungen, Erfahrungen und Methoden in der Arbeit mit Jugendlichen auszutauschen.

Das Superwahljahr 2024 stand für den RDJ im Zeichen der politischen Bildung: Der Rat organisierte Aktionen rund um die Wahlen und unterstützte Jugendliche dabei, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Weitere Schwerpunkte waren die Durchführung der Animatorenausbildung, die Mitwirkung am Jugendparlament sowie die Mitarbeit in verschiedenen Netzwerken und Arbeitsgruppen.

Im Mittelpunkt der Kampagne „Gerechtigkeit geht durch den Magen“ von 4You(th) steht die Frage, wie gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag von Jugendlichen Platz finden kann. Mit kreativen Projekten rund um Müllvermeidung, regionale Produkte und gemeinsames Kochen wurden Jugendliche direkt in die Planung und Umsetzung einbezogen.

2024 wurden sowohl lokale als auch internationale Weiterbildungen im Zusammenhang mit Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps angeboten – mit dem Ziel, neue Perspektiven zu eröffnen, Kompetenzen zu stärken und europäische Vernetzung zu fördern. 2024 wurden außerdem 17 Erasmus+-Projekte mit über 600 Teilnehmenden und rund 1,8 Millionen Euro Budget genehmigt. 13 Projekte fanden im Bildungsbereich und vier im Jugendbereich statt. Auch im Europäischen Solidaritätskorps wurden fünf Projekte mit insgesamt 15 Teilnehmenden und einem Budget von 138.000 Euro genehmigt. Dabei handelt es sich um vier Freiwilligenprojekte und ein Solidaritätsprojekt.

„Die Bilanz des Jahres 2024 zeigt deutlich: Das Jugendbüro ist ein zentraler Akteur in Ostbelgien. Es begleitet, vernetzt und stärkt (junge) Menschen auf ihrem Weg – in der Region und darüber hinaus. Mit seinem breit gefächerten Angebot schafft das Jugendbüro nicht nur Initiativen und Projekte, sondern trägt aktiv zur Weiterentwicklung einer offenen, solidarischen und zukunftsorientierten Gesellschaft bei“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung des Jugendbüros. (red/nc)

Den gesamten Jahresrückblick gibt es unter jugendbuero.be.

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