Spezialeinheit stürmt Haus in Kelmis – Zwei Personen festgenommen

<p>Spezialeinheit stürmt Haus in Kelmis – Zwei Personen festgenommen</p>
Foto: GE-Archiv

Ein Streit zwischen zwei Männern hat am späten Montagabend in einer Reihenhaussiedlung in Kelmis einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Beide Beteiligten sind polizeibekannt, wie die Sprecherin der Eupener Staatsanwaltschaft, Andrea Tilgenkamp, dem GrenzEcho auf Nachfrage bestätigte. Eine Nachbarin beobachtete die Auseinandersetzung vor dem Haus und sah, wie einer der Männer eine Waffe zog und einen Schuss in die Luft abgab. Daraufhin flüchtete einer der Beteiligten, während der andere sich in seinem Haus verbarrikadierte. Da unklar war, ob sich weitere Personen im Gebäude befanden, wurden neben der lokalen Polizei auch die föderale Kriminalpolizei und eine Spezialeinheit hinzugezogen.

„Der Hausbewohner reagierte nicht auf die Rufe der Polizei oder Kontaktversuche“, so Andrea Tilgenkamp. Erst als ein Angehöriger telefonisch zu ihm durchdrang, konnte ein Gespräch hergestellt werden – doch der Mann verweigerte weiterhin den Zugang zum Haus. Erst als die Spezialkräfte bereits den Befehl zum Eindringen erhalten hatten, verließ er schließlich freiwillig mit erhobenen Händen das Gebäude. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung wurde eine Schreckschusspistole sichergestellt. Der zweite Mann, der zwischenzeitlich zur Polizei zurückkehrte und sich als Beteiligter meldete, wurde ebenfalls durchsucht. In seiner Wohnung fanden die Beamten eine Airsoftpistole, ein Messer und einen Schlagstock.

Beide Männer wurden festgenommen und verhört. Ob Untersuchungshaft beantragt wird, sei noch unklar. „Ich denke aber nicht, dass es dazu kommt“, erklärte Andrea Tilgenkamp. Die genaue Ursache des Streits sei bisher nicht bekannt, auch die ersten Befragungen hätten hierzu keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Fest steht jedoch, dass gegen beide Männer wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt wird. Zudem steht der Vorwurf der Bedrohung mit einer Waffe im Raum, basierend auf der Aussage der Zeugin. Ob es zu Körperverletzungen kam, sei derzeit noch nicht geklärt. Der Einsatz zog sich über mehrere Stunden hin – von 20:30 Uhr bis kurz nach Mitternacht. „Es war ein langes Hin und Her“, so die Sprecherin der Eupener Staatsanwaltschaft abschließend. (mo)

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