Brügge einen „heißen Abend“ vom Achtelfinale entfernt – Auch Bayern im knappen Vorteil

<p>Er spielte Atalanta vergangene Woche fast schwindelig: Auch dank Chemsdine Talbi machte sich Brügge am Montag mit einem Sieg im Gepäck auf nach Bergamo.</p>
Er spielte Atalanta vergangene Woche fast schwindelig: Auch dank Chemsdine Talbi machte sich Brügge am Montag mit einem Sieg im Gepäck auf nach Bergamo. | Foto: Photo News

„Wie werden voll auf Angriff gehen“, warnt Brügges Trainer Nicky Hayen vor dem zweiten Vergleich mit Atalanta Bergamo am Dienstagabend (21 Uhr). Selbiges taten seine Schützlinge noch vor einer Woche, als sie die Italiener vor allem in der Anfangsviertelstunde in ihre eigene Hälfte drückten und auf die schnelle Führung drängten. Die besorgte schließlich Ferran Jutgla (15.), und nach Bergamos Ausgleich durch Mario Pasalic kurz vor der Pause (41.) verwandelte Gustaf Nilsson einen selbst herausgeholten und ziemlich schmeichelhaften Elfmeter zum 2:1-Heimsieg (90.+4).

Mit entsprechend breiter Brust machte sich „Blauw en Zwart“ am Dienstag auf nach Norditalien – fix ist das Achtelfinale jedoch noch nicht: „Atalanta ist zu Hause eine dominante Mannschaft, und sie müssen absolut gewinnen. Schon von der ersten Sekunde an werden sie nach vorne spielen, die Leute dafür haben sie. Wir erwarten eine schwierige Partie und einen heißen Abend“, ist sich Nicky Hayen sicher, fügt aber an: „Wir werden genauso auftreten wie im Hinspiel und glauben an unsere Chance, wenn wir dieselbe Disziplin und denselben taktischen Plan aufs Feld bekommen. In den entscheidenden Momenten müssen wir noch effizienter und zwingender auftreten.“

Wie Brügge hat auch der FC Bayern München nach dem 2:1 im Hinspiel bei Celtic Glasgow das Achtelfinale fest im Blick. Bei der obligatorischen Frage nach dem „Finale dahoam“ lächelte Vincent Kompany. Er habe es doch schon so oft „zum Ausdruck gebracht, dass es für die Fans wichtig ist, Träume zu haben. Aber wir müssen den Fokus auf Celtic richten“, betonte der Trainer – und wurde von seinem Jungstar Jamal Musiala artig assistiert. Natürlich wolle da „jeder von uns dabei sein, aber wir sollten nicht zu früh zu weit nach vorne schauen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen.“

Der nächste wichtige Schritt zum Traumziel folgt am Dienstag (21 Uhr) im Rückspiel gegen Glasgow. Die Schotten sollen für den ambitionierten Rekordmeister nach dem 2:1 im „Paradise“ auch im Heimspiel nicht zum Stolperstein werden. Für die Bayern geht es darum, die glückliche Nullnummer im Ligagipfel bei Bayer Leverkusen schnell aus den Köpfen zu bekommen. Er hoffe, sagte Joshua Kimmich mit einem Schmunzeln, „dass wir dann ab und zu auch mal wieder den Ball haben“.

Ein Sieg gegen Celtic soll der Auftakt in einen erfolgreichen Saison-Schlussspurt sein, an dessen Ende die Krönung mit dem ersehnten „Titel dahoam“ steht. Doch der Weg bis dahin ist beschwerlich. Die großen Aufgaben stehen erst noch bevor. Im Achtelfinale der Königsklasse im März würden Atletico Madrid oder erneut Leverkusen auf Kompanys Team warten. Die Auslosung erfolgt am Freitag. Arsenal, Liverpool oder Barcelona wären danach bis zum Finale in der heimischen Allianz Arena am 31. Mai mögliche Gegner.

FC Bayern: Nur die Fans dürfen träumen

„Wir haben gut zu tun“, betonte Ikone Thomas Müller mit Blick auf die kommenden heißen Wochen, in denen nach Glasgow in der Liga unmittelbar die Topspiele gegen Frankfurt und Stuttgart anstehen. Doch zunächst geht es gegen Celtic. Ein Auftritt wie beim 0:0 in Leverkusen, bei dem die Münchner offensiv historisch harmlos agierten und von der Werkself klar dominiert wurden, soll sich nicht wiederholen.

Kompany, der den Einsatz seines leicht angeschlagenen Torjägers Harry Kane am Montag offen ließ, richtete den Blick aber nach vorne. „Wir haben einen Punkt geholt, sind acht Zähler vor – und haben zu null gespielt. Wir haben jetzt den Fokus auf Celtic, wir müssen morgen etwas zeigen. Das zählt. Nicht das Leverkusen-Spiel“, sagte er mit Nachdruck.

Der Meistertitel ist den Bayern kaum mehr zu nehmen. Bleibt der große Traum in der Champions League. Das Finale, hatte Sportvorstand Max Eberl zuletzt schon betont, schwebe „über uns allen“. Umso mehr forderte er den vollen Fokus auf das Hier und Jetzt. Es sei „natürlich außergewöhnlich, wenn das Finale in deinem Heimstadion ist. Man sollte das aber nicht zu sehr in den Vordergrund rücken. Wir haben wichtige Spiele vor uns.“ (belga/sid/tf)

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