„Dieser zeitgemäße und zeitlose Erstlingsfilm ist in seiner Darstellung des Kriegsschauplatzes sowohl urkomisch als auch vernichtend“, hieß es in der Begründung der Jury über das Regiedebüt von Hailey Gates.
Im WüstendorfAtropia ist Krieg der Alltag: Es explodieren Bomben,US-Truppen patrouillieren mit Sturmgewehren und verfolgen Aufständische. Am Straßenrand verkaufen Frauen Chai, misstrauische Einheimische beobachten die Soldaten. Überall lauern Attacken. Das Kriegsgebiet ist höllisch, aber nicht echt. In dem künstlich gebauten Ort in der Wüste Nevadas bereiten sich US-Soldaten auf ihren Einsatz im Irak vor – mit Kriegs-Requisiten und der Hilfe von Schauspielern wie Alia Shawkat und Callum Turner.
Zur bestenUS-Doku wählte die Jury Brittany Shynes „Seeds“. Ihre generationsübergreifende Erkundung der Geschichte schwarzer Farmer im Süden der USA zeigt, wie fragil das Landwirtschaftserbe ist und welche zentrale Rolle der Besitz von Boden spielt.
Bester internationaler Film aus Indien
Mit der Auszeichnung in der Kategorie „World Cinema Grand Jury Prize“ setzte sichdas indische Drama „Sabar Bonda (Cactus Pears)“ in Park City gegen eine große Bandbreiteinternationaler Spielfilme durch. Das Regiedebüt von Rohan Kanawade erzählt die halb-autobiografische Geschichte von Anand (Bhushaan Manoj), der nach dem Tod seines Vaters in seine ländliche Heimatstadt zurückkehrt. Als er dort seinen Jugendfreund Balya (Suraaj Suman) wieder trifft, entwickelt sich zwischen den beiden eine romantische Beziehung.
Am Sonntag endet die 41. Ausgabe des von Hollywoodstar Robert Redford ins Leben gerufenen Festivals für Independent-Produktionen. Knapp 90 Spielfilme aus 33 Ländern standen auf dem Programm. Neben der Jury aus Filmschaffenden wählen traditionell auch die Zuschauer einen Publikums-Gewinnerfilm. In diesem Jahr ging der Preis anJamesSweeneys Drama„Twinless“über zwei junge Männer, die sich in einer Selbsthilfegruppe für trauernde Zwillinge kennenlernen.
Für viele kleinere Filme ist dasSundance-Festivalein Sprungbrett, um Verleiher und ein breiteres Publikum zu finden. 2021 holte etwa das Gehörlosen-Drama „Coda“ den Spitzenpreis und wurde später bei den Oscars als „Bester Film“ gefeiert. (dpa/mo)

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