Auch wenn er ganze sechs Matchbälle abwehrte, musste sich Gauthier Onclin dem US-Amerikaner Reilly Opelka mit 3:6, 7:6 (7/4), 6:3, 6:2 geschlagen geben. Die ersten Schritte des Lüttichers bei einem der vier großen Saisonturniere dauerten 3:11 Stunden.
„Ich bin stolz auf meine Leistung, aber auch ein bisschen enttäuscht. Denn es war mehr möglich gewesen. Aber gut, es war eine tolle Erfahrung, und ich finde, dass ich ein gutes Spiel absolviert habe. Darauf kann ich bauen“, sagte Onclin. Ins Hauptfeld hatte es der Weltranglisten-239. über drei Siege gegen jeweils höherklassierte Spieler im Qualifikationsturnier geschafft.
Am Montag steigen David Goffin, Elise Mertens und Greet Minnen in die Australian Open ein, Zizou Bergs folgt nach seiner Finalteilnahme beim ATP-Turnier in Auckland am Dienstag.
Zverev meistert Auftakthürde in Melbourne
Gelungener Auftakt: Deutschlands Tennisstar Alexander Zverev hat die zweite Runde bei den Australian Open erreicht. In seinem Auftaktmatch schlug der 27-Jährige den französischen Wild-Card-Spieler Lucas Pouille nach einer souveränen Vorstellung mit 6:4, 6:4, 6:4 und trifft auf der Jagd nach seinem ersehnten ersten Grand-Slam-Titel nun auf den Spanier Pedro Martínez.
Zverev, der im vergangenen Jahr das Halbfinale erreicht hatte, überstand damit zum neunten Mal in Folge die erste Runde beim ersten Major-Turnier des Jahres. Der Hamburger peilt dort im 36. Anlauf seinen Premieren-Titel bei einem Grand-Slam-Turnier an – am Mittwoch wartet nun der Weltranglisten-43. Martínez, der von einer Aufgabe seines Gegners Luciano Darderi (Italien) profitierte.

Von den fast schon gewohnten Anlaufschwierigkeiten des Deutschen zu Beginn großer Turniere war kaum etwas zu sehen. Und auch die Bizepszerrung, die Zverev beim United Cup noch ausgebremst hatte, schien dem Weltranglistenzweiten keine Probleme mehr zu bereiten.
Der Hamburger dominierte die Partie gegen den einstigen Top-Ten-Spieler Pouille, der 2019 im Halbfinale von Melbourne gestanden hatte – und machte dabei in der australischen Metropole einen rundum fitten Eindruck. Zverev überzeugte wie gewohnt beim Aufschlag und bewegte sich gut. Nach etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit verwandelte er seinen zweiten Matchball.
Über fünf Sätze: Ruud müht sich in die zweite Runde
Der Weltranglistensechste Casper Ruudhat sich ebenfalls in die zweite Runde gemüht. In seiner Auftaktpartie schlug der dreimalige Grand-Slam-Finalist aus Norwegen den stark aufspielenden Spanier Jaume Munar mit 6:3, 1:6, 7:5, 2:6, 6:1. Ruud, der bereits zweimal bei Roland Garros und einmal bei den US Open das Endspiel erreicht hat, kam in Melbourne noch nie über das Achtelfinale (2021) hinaus.
Der japanische Oldie Kei Nishikori feierte derweil einen emotionalen Comeback-Sieg. Der US-Open-Finalist von 2015 wehrte zwei Matchbälle ab und schlug den Brasilianer Thiago Monteiro mit 4:6, 6:7 (4:7), 7:5, 6:2, 6:3.

Sabalenka siegt und tanzt auf dem Court
Titelverteidigerin Aryna Sabalenka präsentiert sich bei den Australian Open auch in diesem Jahr früh in guter Form. Die Turnierfavoritin aus Belarus gab sich in der ersten Runde von Melbourne keine Blöße. Im Prestigeduell mit der einstigen US-Open-Siegerin Sloane Stephens (USA) machte sie beim 6:3, 6:2 in 71 Minuten kurzen Prozess.
„Ich könnte mir nicht mehr erträumen, als wieder vor diesem Publikum zu spielen. Es fühlt sich wie zu Hause an“, sagte Sabalenka: „Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt aber bin froh, dass ich in zwei Sätzen durchgekommen bin.“ Anschließend legte die 26-Jährige auf dem Court gemeinsam mit der Moderatorin noch eine kleine Tanzeinlage ein.

Für Sabalenka, die trotz des souveränen Siegs immer wieder mit ihrem Spiel haderte, geht es in der zweiten Runde gegen die Spanierin Jessica Bouzas. Die Weltranglistenerste kann sich in Melbourne zur ersten Spielerin seit der Schweizerin Martina Hingis (1997-1999) aufschwingen, die dreimal hintereinander das Turnier gewinnt.
Zuvor hatte bereits Olympiasiegerin Zheng Qinwen auf dem Weg zum erhofften ersten Grand-Slam-Titel ihre Auftakthürde gemeistert. Dank des 7:6 (7:3), 6:1 über Anca Todoni erreichte die Chinesin als erste Top-Ten-Spielerin die zweite Runde. Mit ihrer rumänischen Gegnerin hatte Zheng, die 2024 erst im Finale an Sabalenka gescheitert war, nur zu Beginn der Partie Probleme.
Ebenfalls souverän präsentierte sich Toptalent Mirra Andrejewa. Die 17 Jahre alte Russin, die 2023 einen furiosen Start auf der Tour hingelegt hatte, gewann glatt mit 6:3, 6:3 gegen Marie Bouzkova (Tschechien). (belga/sid/tf)

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