Ein kleines „Wenn alles gut geht“ hing durchaus in der Luft, als die Verantwortlichen um Herbert Wauters am Dienstag im BRF-Funkhaus den nächsten Benefizmarathon vorstellten. Nicht etwa, weil sie Bedenken um den Einsatz der Ostbelgier hätten, sondern weil zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder das Schwimmen auf dem Programm steht – auch in Eupen, wo das LAGO zwar erst am 1. Februar offiziell seine Pforten öffnet, in dem aber bereits vom 24. bis 31. Januar im Kampf gegen die neue Armut in der Region die ersten Bahnen gezogen werden können.
Es ist nicht die einzige Neuerung im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Schließlich findet der Benefizmarathon 2025 zum 30. Mal statt. „Und wir haben als Team immer wieder neue Sachen hinzuerfunden. Es ist eine wunderbare Initiative, die von Jahr zu Jahr gewachsen ist“, erklärt Mitbegründer Norbert Kever, der diesmal als einer der Paten fungiert. Zusammen mit Colette Renardy, die 20 Jahre lang den Schwimmmarathon organisierte und dabei kein Detail aus den Augen verlor: „Das Baby, das Norbert uns in die Wiege gelegt hat, haben wir großgezogen. Heute können wir voller Stolz sagen: Aus dem ist was geworden. Jetzt müssen unsere Nachfolger dafür sorgen, dass das Kind Karriere macht.“ Als sportlichen Paten haben die Organisatoren zudem den frisch gebackenen Rallye-Weltmeister Thierry Neuville hinzugewonnen.
So verwandelt sich der Marathon an seinem runden Geburtstag gewissermaßen in einen Triathlon. Stand wegen der Corona-Pandemie und der Renovierungen in den Eupener und Kelmiser Schwimmbädern das Wandern beziehungsweise Laufen im Vordergrund, spulen nun wieder das Schwimmen und zum ersten Mal das Radfahren Geld in die Spendenkassen.

Dabei wird nur beim Laufen und Wandern jede Distanz eins zu eins „gewertet“. Auf dem Rad wird jeder Kilometer durch vier geteilt, beim Schwimmen mit acht multipliziert. Wer also 60 Kilometer auf dem Sattel zurücklegt, beteiligt sich mit 15 Kilometern. Zwei Kilometer in der Bahn bedeuten 16 auf dem Zähler. Die geleistete Strecke können die Teilnehmer unter www.benefizmarathon.be gemeinsam mit ihrer Postleitzahl und dem Datum angeben. Die Umrechnung in den Spendenbetrag erfolgt von der Plattform selbst.
Erstmals in diesem Jahr hat der Teilnehmer dabei noch die Möglichkeit, seinen eigenen Betrag zu spenden. Soll heißen: Wer 8 Euro erwandert, kann selbst weitere 8 Euro drauflegen – dasselbe macht dann die Lions Club aus Eupen und St.Vith ebenfalls, nach dem Motto 1+1=3. So kämen bei diesem Beispiel insgesamt 24 Euro zusammen. Zudem erhöhen die Lions Clubs den Gesamtbetrag ab einem Ergebnis von 100.000 Kilometer um 20.000 Euro. „Damit möchten wir die Bevölkerung anspornen, diese Marke zu erwandern, erschwimmen oder erradeln“, erklärt Mitverantwortlicher Christophe Servais.

Wandertage mit ausgewiesenen Routen finden in St.Vith (26.01.) sowie in Eupen (25. und 26.01.) statt, gefolgt vom Schwimmtag am 29.01. in St.Vith. Das GrenzEcho begleitet den Benefizmarathon wie gewohnt sowohl in der Printzeitung als auch Online mit vielen Fotostrecken und regelmäßigen Wasserstandsmeldungen. Der große Spendentag steht am 31. Januar auf dem Plan, dann öffnet auch das Spendentelefon des BRF.
Generell stehen die Schnappschüsse von unterwegs in diesem Jahr wieder hoch im Kurs: Das GrenzEcho belohnt den schönsten Schnappschuss mit einem Essensgutschein für vier Personen im Eupener Restaurant „Au 3 bis“. Bei der Freien Krankenkasse, die 20 Cent sportartenübergreifend pro Kilometer spendet, können sich die Teilnehmer Leuchtbänder und Schlauchschals abholen und Bilder mit den Accessoires einschicken.
Weitere Infos gibts hier.
Zahlen und Fakten zu 30 Jahren Schwimm- bzw. Benefizmarathon
Ihre eigentliche Geburtsstunde erlebte die Benefizaktion im Jahr 1989, als die Lions Clubs aus Eupen und Verviers bei einem eintägigen Schwimmmarathon auf Landesebene 1.200.000 Belgische Franken (ca. 30.000 Euro) gegen Multiple Sklerose sammelten. Schon damals gab es die Überlegung, ein solches Event in Ostbelgien auf die Beine zu stellen, was 1996 geschah. „Eines hat mir immer am Herzen gelegen: die Freude und das Engagement der Kinder im Schwimmbad. Beides ist von Anfang an einfach fantastisch gewesen“, erinnert sich Koordinator Paul Ortmann.
Bei der Premiere zogen die Teilnehmer 7.000 Bahnen, 400.000 Belgische Franken (ca. 10.000 Euro) kamen zusammen. Wie steil der Weg seitdem nach oben ging, zeigt die Bilanz der 25. Auflage 2020: 173.923 Bahnen und 90.000 Euro.
Wegen der Corona-Pandemie und der Ausgangsregelungen stand der Benefizmarathon 2021 erstmals ganz im Zeichen der Spenden. 80.000 wurden für den guten Zweck gesammelt.
Ein Jahr später lautete die Devise erstmals: „Wandern statt Schwimmen“, und die 14.711 Teilnehmer knackten die 100.000-Euro-Marke.
2024 bracht der Benefizmarathon zwei Rekorde: 17.013 Wanderer und Läufer spulten 103.533 Kilometer ab (81.000 Euro).
Insgesamt wurden in all den Jahren 2.348.830 Bahnen geschwommen, was 58.720 Kilometern entspricht. Im Kampf gegen die neue Armut sammelten die Organisatoren insgesamt 1.121.156 Euro.

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