Respekt gefordert: Limburger Rettungsdienste starten Kampagne

<p>Die Kampagne soll die Gewalt gegenüber Rettungskräften stoppen.</p>
Die Kampagne soll die Gewalt gegenüber Rettungskräften stoppen. | Foto: Facebook/Politie LRH

In diesem Jahr wurden den Rettungskräften der Feuerwehrzone Südwest-Limburg, der Polizeizone der Region Limburg-Hauptstadt sowie den Ambulanz- und Notärzten des Jessa-Krankenhauses in Hasselt und des Ost-Limburg-Krankenhauses in Genk bereits 418 Fälle gemeldet. Im Jahr 2022 waren es noch 243 Meldungen über aggressives Verhalten.

„Wir sehen, vor allem nach Corona, dass der Respekt gegenüber den Rettungskräften abgenommen hat“, sagte Notarzt Pieter-Jan Van Asbroek (ZOL) aus. „Jede Woche erleben wir verbale Aggressionen in den Notaufnahmen. Aber es ist vor allem die physische Aggression, die wir bekämpfen müssen. Meine Kollegen wurden oft angegriffen, auch mit Tasern und Messern, oder gebissen. Sie kommen an den Arbeitsplatz, werden aggressiv und fangen an, mit Gegenständen zu werfen. Man fühlt sich einfach unsicher an seinem Arbeitsplatz“.

Die Rettungskräfte wollen, dass das aggressive Verhalten aufhört und dass ihnen bei der Ausübung ihrer Arbeit mehr Respekt entgegengebracht wird. Die verschiedenen Rettungsdienste erhielten die Unterstützung der Provinz und arbeiteten eine Kampagne aus, die aus einem Videospot und Plakaten besteht, die zu mehr Respekt auffordern. Das Video, das über die verschiedenen Social-Media-Kanäle verbreitet wird, zeigt ein Opfer, das nach einem Autounfall aus seiner misslichen Lage befreit wird, während eine Passantin sich den Sanitätern gegenüber aggressiv verhält und verlangt, dass diese ihr sagen, wie es dem Opfer geht.

„Rettungskräfte spielen eine unverzichtbare Rolle in unserer Gesellschaft“, sagte Staatsanwalt Frank Bleyen. „Sie setzen sich Tag und Nacht dafür ein, Menschen in oft schwierigen und stressigen Situationen zu helfen. Es ist unverständlich, dass sie dabei mit Aggressionen konfrontiert werden oder durch respektloses Verhalten von Umstehenden behindert werden.“

„Wir können jemanden, der sich dessen schuldig gemacht hat, in ein Strafverfahren schicken oder ihn vor Gericht stellen. Solche Straftaten werden hart bestraft, denn der Gesetzgeber hat beschlossen, dass sich die Strafen verdoppeln, wenn Menschen, die in unserer Gesellschaft Hilfe leisten und Verantwortung tragen, bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben gestört werden. Konkret bedeutet dies, dass Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verhängt werden können.“

Nicht nur Rettungskräfte werden respektlos behandelt, auch Opfer werden oft ungewollt gefilmt, wodurch ihre Privatsphäre verletzt wird.

„Jeder erinnert sich noch an den Vorfall am Bahnhof von Genk vor einigen Wochen, wo Leute einfach anfingen, die Opfer zu filmen und zu fotografieren“, so Dorien Baens von der Polizeizone LRH. „Das ist natürlich absolut nicht akzeptabel. Auch diese Menschen haben ein Recht auf Privatsphäre, und der Staatsanwalt hat das heute hier auch bestätigt. Wir bitten also nicht nur darum, dass sie uns respektieren, sondern auch die Privatsphäre der Opfer.“ (belga/jj)

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