Institut für Demokratiepädagogik organisiert vierte „Speak Up“-Tagung

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Dieses Bild entstand bei der Gruppenarbeitsphase im Jünglingshaus. | Foto: Sabrina Kirchner

Die Tagung hat sich einen festen Platz im ostbelgischen Veranstaltungskalender erarbeitet und fand in diesem Jahr vom 1. bis 4. Dezember in Eupen statt. Im Mittelpunkt stand die Arbeit am zweiten Speak Up!-Buch, das Mitte 2025 erscheinen soll. Parallel dazu wurde im Foyer des Eupener Jünglingshauses eine ganztägige Veranstaltung für die ostbelgische Zivilgesellschaft angeboten. Rund 60 Teilnehmende aus Ostbelgien sowie einige Gäste aus der angrenzenden Städteregion Aachen hatten sich für die Workshops und/oder den Abendvortrag angemeldet. „Fake News und Hate Speech sind nach wie vor Themen, die uns in unserem Alltag beschäftigen. Gerade durch die technischen Entwicklungen rund um KI wird es zunehmend schwieriger, Deep Fakes von authentischem Material zu unterscheiden. Die KI sorgt auch dafür, dass immer mehr Menschen Opfer von Phishing werden, da Kriminelle mittlerweile täuschend echte Portale von Banken, Versicherungen und anderen Anlaufstellen nachahmen, mit denen sie Daten und letztendlich auch Gelder abzugreifen versuchen“, wird Sabrina Kirschner vom IDP in einer Mitteilung zitiert.

Diese Themen seien auch auf Wunsch der Teilnehmenden in die Tagung aufgenommen worden. Die Ergebnisse der Workshops werden nun zusammengetragen, reflektiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – unter anderem im geplanten Buch. Neben den Arbeitsphasen kam auch der inhaltliche Austausch beim Speak Up!-Workshop nicht zu kurz. Auf dem Programm standen vier Vorträge zu zuvor ausgewählten Themen, die nahtlos in die anschließenden Arbeitsphasen integriert wurden. Nicole Baltus von der Frauenliga sprach zum Thema „NoBODY is perfect – but unique!“ und präsentierte die Ausstellung zur Körperakzeptanz, die zuletzt im Museum Vieille Montagne in Kelmis gezeigt wurde. Mehr als 70 Frauen aus Ostbelgien hatten sich an der Fotoaktion beteiligt und verdeutlicht, dass Schönheit und Einzigartigkeit keine Perfektion erfordern. Sabrina Kirschner vom IDP hielt einen Vortrag zu „Zwischen Deep Fakes, Phishing, Trollfabriken und Algorithmen – Alltägliche Herausforderungen in den sozialen Medien“ und griff damit zentrale Anliegen der Teilnehmenden auf. In der Diskussion ging es erneut um die Rolle der KI in sozialen Netzwerken. Aleandro Iannuzzo, Absolvent des Programms „Media & Me“, das auch von medieninteressierten Menschen aus Ostbelgien genutzt wird, brachte die Perspektive junger Menschen ein. Die Bonner Linguistin Karolina Küsters beleuchtete in ihrem Vortrag „Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen verbreit ich Hass und Angst im ganzen Land“ Hassbotschaften in Italien und stellte dabei ein Märchenmodell vor, das besonders bei Lehrkräften großen Anklang fand.

Den Abschluss des Workshoptages bildete ein interaktiver Vortrag von Maximilian Kreter vom Institut für Totalitarismusforschung der Universität Dresden. Unter dem Titel „Sachsen nach der Landtagswahl: Perspektiven für Forschung und politische Bildung“ erläuterte der Politologe die Folgen des Rechtsrucks bei den letzten Wahlen und zog Parallelen zwischen der deutschen „Brandmauer“ und dem belgischen „Cordon sanitaire“. (red/sc)

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