Psychische Belastung Jugendlicher in der Grenzregion nimmt zu

<p>Viele Jugendliche berichten von psychischen Belastungen.</p>
Viele Jugendliche berichten von psychischen Belastungen. | Foto: dpa

Wie die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL) in einem Kommuniqué mitteilt, wurde die Befragung im Herbst 2023 über alle Partner hinweg anonym durchgeführt und erreichte rund 28.000 Jugendliche. Die Themen reichten von allgemeiner Gesundheit, Ernährung und Bewegung über Suchtmittelkonsum bis hin zu Schule, Freizeit und mentaler Gesundheit. Die enge Zusammenarbeit der Partnerorganisationen ermöglichte es, diese Erhebung als bisher umfangreichste grenzübergreifende Untersuchung in der Region durchzuführen.

Die Ergebnisse der Studie zeichnen ein differenziertes Bild: 80 Prozent der befragten Jugendlichen in Ostbelgien schätzen ihre allgemeine Gesundheit als gut oder sehr gut ein. Mit 72 Prozent fühlt sich die Mehrheit glücklich oder sehr glücklich. Dennoch gibt es alarmierende Erkenntnisse: Mehr als ein Drittel aller befragten Jugendlichen berichten von psychischen Belastungen, wobei Einsamkeit und Leistungsdruck häufig genannte Faktoren sind. Besonders Mädchen bewerten ihre psychische Gesundheit schlechter als Jungen. Jüngere Jugendliche schätzen ihre mentale Verfassung hingegen tendenziell positiver ein als ältere.

Diese Ergebnisse spiegeln sowohl internationale als auch nationale Trends wider, die einen Anstieg psychischer Belastungen im Jugendalter zeigen. Die ASL betont die Bedeutung gezielter Präventionsmaßnahmen, die bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen sollten. Hierzu gehören bestehende Initiativen wie die Zusammenarbeit mit Kaleido, die bereits in der Primarschule beginnt und sich in der Sekundarstufe durch spezialisierte Präventionskampagnen fortsetzt. Ein besonders besorgniserregender Trend ist der wachsende Konsum von Vapes unter Jugendlichen. Zusätzlich bleibt der Einstieg in den Tabak- und Alkoholkonsum mit einem Durchschnittsalter von 13,5 Jahren problematisch. Dieses frühe Alter birgt erhebliche gesundheitliche und soziale Risiken. Die ASL hebt hervor, dass Präventionsarbeit nicht nur als Schutzmaßnahme, sondern auch als langfristig kosteneffiziente Investition zu verstehen ist. Schulen erhalten nach der Durchführung der Maßnahmen detaillierte Auswertungen sowie konkrete Handlungsempfehlungen, um auf die spezifischen Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen.

Die YES Jugendbefragung zeigt nicht nur regionale Trends, sondern auch die Vorteile der grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Brigitte van der Zanden, Direktorin von euPrevent, betont: „Der Lebensalltag von Menschen im Grenzgebiet schließt das Nachbarland ein. Die YES Gesundheitsstudie liefert wertvolle Erkenntnisse, um Maßnahmen gezielt an die Bedürfnisse der Menschen in der Grenzregion anzupassen.“ Das voneinander Lernen und die Implementierung erfolgreicher Ansätze aus den Nachbarländern bleiben wesentliche Ziele.

Das Projekt YES in der Euregio Rhein-Maas Nord wird durch Interreg Deutschland-Nederland kofinanziert. Die vollständigen Ergebnisse sind im Euregional Health Atlas (www.euregionalhealthatlas.eu) verfügbar. Die beteiligten Organisationen planen, die Studie im Jahr 2027 fortzusetzen, um langfristige Entwicklungen zu beobachten, heißt es in der Mitteilung abschließend. (red/kupo)

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