In einem offenen Brief an Unterrichtsminister Jérôme Franssen (CSP) heißt es: „Auch wenn wir die Sorgen vieler Eltern über den Einfluss von Smartphones und Social Media auf Jugendliche nachvollziehen können, halten wir das vorgeschlagene Verbot für eine unzureichende und nicht zeitgemäße Lösung“.
In dem Brief heißt es weiter: „Während Schulen zunehmend digitaler werden sollen – mit Laptops, digitalen Tagebüchern und der Förderung digitaler Kompetenzen wie der Erkennung von Fake News – erscheint ein generelles Handyverbot widersprüchlich. Schulen sollen digitale Medienkompetenz fördern, während gleichzeitig eines der zentralen Werkzeuge digitaler Kommunikation und Information ausgeschlossen wird“.
Ein generelles Verbot werfe außerdem Fragen der praktischen Umsetzbarkeit auf. Wie sollen Schulen das Verbot durchsetzen, ohne einen erheblichen Kontrollaufwand zu verursachen? Bereits heute würden in Schulen zahlreiche Regelungen existieren, die den Umgang mit Handys klar festlegten. Diese Maßnahmen reichten in der Regel aus und würden von den einzelnen Schulen auf ihre jeweiligen Bedürfnisse angepasst, so JDG.
Stattdessen komme von oben herab ein auferlegtes Verbot, das bei vielen Schülerinnen und Schülern nicht gut ankomme. Hierdurch verspiele man leichtfertig das Vertrauen der Jugendlichen, was sicherlich zu Gegenreaktionen führen werde. Statt strikter Verbote sollte das Ziel sein, Jugendliche in ihrer Mediennutzung zu begleiten und ihnen einen kritischen, verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.
„Die JDG plädiert dafür, Eltern und Schulen stärker in die Vermittlung eines altersgerechten und verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Medien einzubinden. Insbesondere Eltern können durch gemeinsam festgelegte Regeln und eine eigene Vorbildfunktion einen erheblichen Beitrag leisten. Unser Ziel ist es keineswegs, Schülerinnen und Schülern das Spielen oder Zocken zu erleichtern, sondern sie zu befähigen, digitale Technologien sinnvoll und verantwortungsvoll zu nutzen. Ein Verbot verfehlt dieses Ziel und ist nicht zeitgemäß“.
Um Jugendliche zu schützen, brauche es kein generelles Verbot in den Schulen, sondern vielmehr Unterstützung durch gesetzliche Maßnahmen – beispielsweise Mindestalter für Smartphones oder Apps, Sperrungen gefährlicher Inhalte oder Warnhinweise auf EU-Ebene, so JDG weiter. Der Brief endet mit dem Satz: „Diese Stellungnahme wurde auf einem Smartphone geschrieben“. (red/ag)

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