Neuer „Small Project Fund“ geht an den Start: Europäische Unterstützung für bürgernahe Projekte in der Euregio Maas-Rhein

<p>Auch der Eupener und Eastbelgica-Geschäftsführer Simen Van Meensel (Mitte) war bei der Auftaktveranstaltung in Genk.</p>
Auch der Eupener und Eastbelgica-Geschäftsführer Simen Van Meensel (Mitte) war bei der Auftaktveranstaltung in Genk. | Foto: Euregio Maas-Rhein

Die Europäische Union ist mitunter sehr komplex. Selbst die Menschen in der Euregio Maas-Rhein, die Europa jeden Tag leben, denken da nicht anders. Genau aus diesem Grund entschied sich das europäische Länderbündnis schon sehr früh dazu, durch ihre Interreg-Förderprogramme kleine, bürgernahe Projekte zu unterstützen. Denn diese Projekte würden einen grenzüberschreitenden Zusammenhalt schaffen und seien somit sehr wichtig für die europäische Integration.

Als Nachfolger des ehemaligen People to People-Fonds wird dieses neue Förderinstrument von 2024 bis Ende 2027 Vereinen, Organisationen, Schulen und anderen kleine Einrichtungen über 1.672.000 Euro an Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dank des Interreg VI Maas-Rhein (NL-BE-DE) Programms, besser bekannt unter dem Namen Euregio Maas-Rhein, und den kofinanzierenden Instanzen gewähren können.

„Für die Bewohner unserer Euregio existieren die Grenzen nicht mehr. Sie sind fiktive Linien auf einer Landkarte, zwischen Menschen, die die gleichen Interessen haben. Wie die Mitgliedschaft in einem Verein, die Unterstützung einer guten Schule in der Nachbarschaft oder die Organisation einer Veranstaltung, um sich zu treffen. Mit dem neuen Small Project Fund werden vor allem kleine Projekte viel einfacher zu unterstützen sein“, erklärt Emile Roemer, Gouverneur der niederländischen Provinz Limburg und Vorsitzender des Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Euregio Maas-Rhein.

Der EVTZ Euregio Maas-Rhein verwaltete wie eingangs erwähnt in der Vergangenheit bereits den People to People-Fonds, also den Vorgänger des „Small Project Fund“. Der SPF unterscheidet sich jedoch vom Vorgänger in einigen Punkten.

Demnach sei kein grenzüberschreitendes, bürgernahes Projekt zu klein, um unterstützt zu werden. Schulen, die einen grenzüberschreitenden Schulausflug oder Schulaustausch planen, können ebenfalls finanzielle Unterstützung anfragen. Der administrative Aufwand, der ein Förderantrag mit sich bringt, gestaltet sich gestaffelt nach der angefragten Fördersumme, werde bei kleineren Projekten also entsprechend kleiner ausfallen.

Die maximale EFRE-Unterstützung des Projekts beläuft sich dabei auf 70 Prozent der Gesamtkosten des Projekts. Es soll zeitnah ein digitales Tool zur Antragsstellung auf der Website der Euregio Maas-Rhein verfügbar gemacht werden.

Weniger Aufwand und mehr Möglichkeiten der Unterstützung

Eine der größten Einschränkungen laut einer Umfrage zum Ende des People to People-Fonds, war das Warten auf die nächste Gelegenheit, um einen Antrag stellen zu können: die sogenannten Calls regelten die Antragsstellung und, manchmal, auch die Themenschwerpunkte. Was es für die Antragssteller manchmal schwierig machte, denn sie mussten den perfekten Moment für den Antrag abwarten, um keine frühzeitigen Kosten zu verursachen.

Das wollte der EVTZ Euregio Maas-Rhein nun anders machen: Im SPF gibt es keine Calls mehr: Wenn man ein grenzüberschreitendes Projekt plant, für welches man noch Fördergelder benötigt, könne man den Antrag jederzeit stellen.

„Die Zeiten ändern sich. Was jedoch zählt ist, nicht auf der Stelle stehen zu bleiben, und sich den Gegebenheiten anzupassen,“ heißt es seitens der Euregio Maas-Rhein. Genau diesen Gedankengang habe der EVTZ Euregio Maas-Rhein auch bei der Festlegung der Themenschwerpunkte seines SPF berücksichtigt.

Neben Themen wie Kultur oder Sport, die gesellschaftlich immer eine wichtige Rolle einnehmen, gesellen sics nun auch Themen wie Kreislaufwirtschaft oder (soziale) Inklusion nun zu den Schwerpunkten des SPF hinzu. Genauer gesagt gehe es neben denn zwei bereits genannten Beispielen zukünftig auch um Gesundheit, Natur, Umwelt und Klima, Kommunikation, Bürgerbeteiligung, Bildung & Ausbildung sowie Kultur, Sport & Tourismus. (red/nc)

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