Der Arbeitsmarktbericht des ADG hebt hervor, dass der Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7 Prozent gegenüber 6,3 Prozent im September 2023 vor allem durch Änderungen in den Ein- und Austragungsregeln bedingt ist. Diese Anpassungen, die seit September 2023 in Kraft sind, sollen „mehr Arbeitsuchende erfassen, um diese breiter informieren und begleiten zu können“, heißt es dazu in dem Bericht. Insbesondere freiwillig eingetragene Arbeitsuchende, die in der Regel keinen Anspruch auf Unterstützung haben, wurden vermehrt registriert. Sie machten mehr als die Hälfte des Anstiegs aus.
Neben den freiwillig eingetragenen Arbeitslosen trugen auch saisonale Effekte, insbesondere die Eintragung vieler Schulabgänger, zum Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei. Rund 10 Prozent der registrierten Arbeitslosen seien Schulabgänger, die vorübergehend beim Arbeitsamt eingetragen sind und noch kein Anrecht auf finanzielle Unterstützung besitzen. Dieser Anteil steigt laut dem Bericht regelmäßig in den Sommermonaten an.
Die Verteilung der Arbeitslosen zeigt eine hohe Anzahl an Personen, die bereits langfristig ohne Arbeit sind. Fast die Hälfte der Arbeitslosen, genauer gesagt 47 Prozent, zählt zu den Langzeitarbeitslosen. Darüber hinaus sind etwa 39 Prozent der Arbeitslosen niedrig qualifiziert und besitzen höchstens den Abschluss der Unterstufe des Sekundarschulunterrichts. „Diese Gruppe benötigt besondere Unterstützung bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt“, wird aus dem Bericht zitiert.
Die beiden Kantone der DG verzeichnen unterschiedliche Arbeitslosenquoten. Im Kanton Eupen lag diese im September 2024 bei 9,2 Prozent, während der Kanton St.Vith mit 3,8 Prozent fast Vollbeschäftigung erreicht. Dieser Unterschied spiegelt laut Experten die strukturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der beiden Regionen wider. Ein weiteres zentrales Thema des Berichts ist die Geschlechterverteilung. So liegt die Arbeitslosenquote der Frauen mit 7,3 Prozent leicht über der der Männer, die bei 6,8 Prozent liegt. Dies sei jedoch „ein allgemeiner Trend, der sich in vielen europäischen Regionen zeigt“, heißt es weiter. Auffällig sei zudem, dass ein Drittel der Arbeitslosen in der DG älter als 50 Jahre ist, was die Herausforderungen für eine gezielte Wiedereingliederung verdeutlicht.
Positiv zu vermerken ist die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften, gemessen an der Zahl der beim Arbeitsamt gemeldeten offenen Stellen. Insgesamt wurden im dritten Quartal 266 offene Stellen registriert, was einem Anstieg um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Der Arbeitsmarkt reagiert damit auf die positiven konjunkturellen Entwicklungen“, wird in dem Bericht festgestellt. Der Großteil dieser offenen Stellen (82 Prozent) wurde von ostbelgischen Betrieben gemeldet, was auf eine steigende lokale Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften hinweist. Zu den Herausforderungen der Arbeitsmarktpolitik gehört auch der anhaltende Einfluss des Ukraine-Kriegs. Knapp 160 geflüchtete Ukrainer sind als arbeitssuchend registriert, wobei diese in der Regel durch das ÖSHZ unterstützt werden. Ein weiteres strukturelles Thema betrifft das neue Programm zur Wiedereingliederung von krankgeschriebenen Personen, das seit Anfang 2024 läuft. Dieses Programm betrifft derzeit etwa 40 Personen, die nun ebenfalls zu den Arbeitsuchenden gezählt werden.
Im nationalen Vergleich zeigt sich, dass die DG eine höhere Dynamik bei der Zunahme der Arbeitslosenzahlen verzeichnet als die übrigen belgischen Regionen. Während der landesweite Durchschnitt einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufweist, fällt dieser Anstieg in der DG mit 14,3 Prozent deutlich stärker aus. In Flandern war die Entwicklung mit einem Anstieg von lediglich 3 Prozent am niedrigsten, während die Wallonie, ohne Berücksichtigung der DG, eine Zunahme von 7,7 Prozent verzeichnete. Mit einer Arbeitslosenquote von 7 Prozent liegt die DG weiterhin nahe am Niveau Flanderns (6,8 %), bleibt aber deutlich unter den Werten der Wallonie (15,1 %) und Brüssels (17 %).
Der Bericht weist abschließend darauf hin, dass sich die Zählmethoden je nach Region unterscheiden, was den Vergleich der Arbeitslosenquoten erschweren kann. Insbesondere werden in Flandern auch Arbeitsuchende, die sich in einer beruflichen Weiterbildung befinden, zur Arbeitslosenquote gezählt, während diese Gruppe in anderen Regionen nicht einbezogen wird. (red/kupo)

Kommentare
Langzeitarbeitslose sollten nur eine Zahlung erhalten , wenn sie für die Gesellschaft eine soziale
Gegenleistung erbringen . Diese Menschen müssen runter vom Sofa .
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