Deutscher Botschafter besucht das GrenzEcho

<p>Der deutsche Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus (Dritter von links), war am Mittwoch im Verlagshaus des GrenzEcho zu Gast. Auf diesem Bild sind außerdem Chefredakteur Christian Schmitz, Direktor Olivier Verdin, Aktionär Eric Thommessen, Carolin Schulzen (Leiterin des Buchverlags) und Tanya Wittal-Düerkop (Leiterin des Pressereferats in der Deutschen Botschaft Brüssel) zu erkennen.</p>
Der deutsche Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus (Dritter von links), war am Mittwoch im Verlagshaus des GrenzEcho zu Gast. Auf diesem Bild sind außerdem Chefredakteur Christian Schmitz, Direktor Olivier Verdin, Aktionär Eric Thommessen, Carolin Schulzen (Leiterin des Buchverlags) und Tanya Wittal-Düerkop (Leiterin des Pressereferats in der Deutschen Botschaft Brüssel) zu erkennen. | Foto: David Hagemann

Seine heutige Funktion als „außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Königreich Belgien“ hat Martin Kotthaus seit September 2018 inne. Beim Besuch im Verlagshaus am Eupener Marktplatz ging es auch um das Programm von Radio Contact – Ostbelgien NOW.

Sein großes Interesse für die Medienarbeit kommt nicht von ungefähr: Martin Kotthaus hat in der Vergangenheit selbst für das deutsche Medienunternehmen Gruner + Jahr gearbeitet, und war danach zwischen 2005 und 2011 für die Ständige Vertretung Deutschlands bei der EU in Brüssel aktiv. Seit gut sechs Jahren ist er wieder in der belgischen Hauptstadt. „Jeder Botschafter muss sein Gastland zu Hause und sein Entsendeland im Gastland erklären. Ein Botschafter oder eine Botschaft ist ein Scharnier der Verständigung“, sagte der 62-Jährige im Interview mit dem GrenzEcho. Zum Teil gebe es Vorgaben aus der Zentrale, was man als Botschafter sagen soll, zum Teil müsse man aber auch selbst urteilen, was wichtig oder entscheidend für die Zentrale sei. Deutschland und Belgien seien „sehr enge Nachbarn“, urteilt Martin Kotthaus: „Wir teilen die gleichen Werte und haben sehr ähnliche Wirtschaften“, betonte er. „In Europa werden Sie ganz wenige Themen finden, bei denen Belgien und Deutschland nicht auf der gleichen Wellenlänge sind.“ Mit am prominentesten sei das Thema Rechtsstaatlichkeit. „Es ist einfach so, dass wir uns als Partner komplett aufeinander verlassen können“, so der Botschafter. Das sei wichtig, wenn es darum gehe, auf internationaler Ebene nach Mehrheiten zu suchen. Die gemeinsamen Werte zu teilen, dies sei auch wichtig gewesen, als Belgien und Deutschland zusammen im UN-Sicherheitsrat (als nicht-ständige Mitglieder) gewesen seien. Neben der politischen Zusammenarbeit spiele aber auch die wirtschaftliche Kooperation eine wichtige Rolle. „Deutschland ist für Belgien Exportpartner Nummer eins, während Belgien allein für Deutschland Exportpartner Nummer neun ist, Benelux-Kontext Nummer eins.“ Diese Wirtschaftsbeziehungen seien gerade in den letzten Jahren wichtiger geworden, nicht zuletzt im Energiebereich. So sei Belgien zurzeit einer der wichtigsten Gasversorger für Deutschland, und zwar über das LNG-Terminal in Zeebrugge. „Tolle Perspektiven“ hat der Botschafter außerdem bei der belgisch-deutschen Kooperation beim Thema Wasserstoff ausgemacht. Er nannte auch die direkte Stromverbindung zwischen Belgien und Deutschland, die den Namen „ALEGrO“ („Aachen Lüttich Electricity Grid Overlay“) trägt. Belgien und Deutschland gehörten außerdem zu den Gründerstaaten der Europäischen Union, und hier komme es auch zu einem Austausch der Kulturen. „Viel besser geht es also nicht. Dabei möchte ich nicht verschweigen, dass die deutsch-belgische Geschichte nicht immer einfach gewesen ist.“ Als Symbol im Hinterkopf habe er dabei besonders die Deutschsprachige Gemeinschaft und ihre wichtige Scharnierfunktion. „Für Belgien ist die DG ein Segen, weil sie die Sprache des großen Nachbarn im Osten spricht und sehr stark über Grenzen hinaus arbeitet.“ Ähnlich der Aufgabe eines Botschafters könnten die DG und ihre wichtigsten Vertreter Kontakte vermitteln und auf beiden Seiten erklären, was die Menschen auf der anderen Seite der Grenze machen.

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment