Die AS Eupen war sein Leben – wer Guillaume Rox kannte oder in den vergangenen Jahren mit ihm über die „Pandas“ sprechen durfte, wird dem zustimmen. Sowohl als aktiver Spieler als auch als Jugendtrainer prägte er den ostbelgischen Verein. Noch bis ins hohe Alter war er ein nahezu täglicher Gast auf dem Vereinsgelände gewesen. Und das nicht nur als treuer Fan, sondern auch als fleißiger Helfer. Stand Arbeit an, war auch Rox am Kehrweg zur Stelle. Verein und Spieler schätzten Guillaume Rox, und ihm selbst hatte es vor allem der Spanier Luis Garcia aus der Reihe der AS-Kicker „angetan“.
Ihren Anfang nahm die Geschichte von Guillaume Rox bei der AS Eupen zu Beginn der 1950er Jahre: Als 16-jähriger Nachwuchsspieler rückte er erstmals in die erste Mannschaft auf. Mit 15 Jahren von Lontzen nach Eupen gewechselt, feierte der Mittelfeldspieler am 9. März 1952 sein Debüt. Den Höhepunkt seiner aktiven Karriere erlebte der in Vereins- und Freundeskreisen auf den Spitznamen „Locke“ getaufte Rox dann am 25. Mai 1961. In Herve gewann die AS Eupen das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Promotion vor 5.000 Zuschauern mit 4:1 gegen Amay. Neben Karl Franssen und Helmut Brossel erzielte auch Rox einen Treffer für die Eupener und bezeichnete das Spiel auch Jahre später noch als die schönste Erinnerung seiner sportlichen Laufbahn.
„Seinen“ Verein verließ Rox erst zum Ende seiner Karriere, als er für zwei Jahre die Schuhe für Sourbrodt schnürte. Verbunden blieb er der AS Eupen dennoch: Fast vier Jahrzehnte lang übernahm er als Jugendtrainer verschiedene Mannschaften und ebnete so unzähligen Nachwuchskickern den Weg. Erst 2005 nahm Rox bei der AS seinen Abschied, besuchte aber im Anschluss zahlreiche Heimspiele und hielt „seiner“ AS weiterhin die Treue.
„Bis heute vergeht kein Tag, wo Guillaume nicht im Kehrwegstadion anwesend ist – als unermüdlicher Pfleger des großen Areals. Stets hat er ein freundliches Wort für jeden Ansprechpartner bereit. Im Verlauf seiner Vereinszugehörigkeit hat er alle Höhen und Tiefen miterlebt und ist dabei immer er selbst geblieben: Sportler mit Leib und Seele, Einsatz und Disziplin“, schrieb die AS Eupen zum 80. Geburtstag von Rox.
2022 wurde Guillaume Rox – Vater von drei Töchtern – bei der ostbelgischen Sportgala für sein Lebenswerk geehrt. „Mit Guillaume Rox als Trainer habe ich mich immer wie zu Hause gefühlt. Er war väterlich und hat immer hinter seinen Spielern gestanden“, reagiert Olivier Verdin, Ex-Kapitän und heutiger Direktor des GrenzEcho: „Er vermittelte nicht nur Technik, sondern auch Werte, die mich und sogar meine beiden Söhne geprägt haben. Ein großartiger Mensch hat uns verlassen.“ (mn)


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