Ein Steuerberater hatte ausgerechnet, dass diese Maßnahme nicht so viele Vorteile bringt, wie von der neuen MR-Les-Engagés-Mehrheit versprochen (siehe dazu auch GrenzEcho-Ausgabe vom Mittwoch, Seite 6). Für Freddy Mockel grenzt es an „Betrug“, wie die Reform von der Koalition verkauft werde. Es höre sich natürlich gut an, wenn die Steuer auf den Erwerb des selbst bewohnten Eigenheims ab dem 1. Januar 2025 von bisher 12,5 auf 3 Prozent gesenkt würden. Wer könne schon prinzipiell dagegen sein, fragt Freddy Mockel. Er bedauert jedoch, dass der laute Hinweis der Opposition, dass durch den Wegfall der steuerlichen Absetzbarkeit des Kredits die niedrigen bis mittelhohen Einkommen deutlich mehr zahlen werden, in der Öffentlichkeit bisher zuwenig wahr genommen werde. „Die Geschichte der 3 Prozent hörte sich wohl so gut an, dass man sie einfach glauben musste. Und diesen Glauben wollen MR-PFF und Engagés-CSP mindestens noch bis zu den Gemeinderatswahlen am 13. Oktober ausnutzen. Das böse Erwachen soll wohl erst danach kommen”, schreibt Freddy Mockel in einer Mitteilung. Durch diese Reform werde sich für fast alle jungen Familien in der Wallonie ab Anfang 2025 der Ersterwerb um Zehntausende Euro verteuern. „Es findet eine Umverteilung von unten nach oben statt: Der Wegfall des Freibetrags von 40.000 Euro beim Ankauf, der Wegfall der einkommensabhängigen steuerlichen Absetzbarkeit des Hypothekenkredits und weiterer Vergünstigungen wird den Steuerausfall für die viel günstiger werdenden Luxusvillenankäufe gegenfinanzieren. Alleine durch den Wegfall der Freibetragsregelung von 40.000 Euro ‘spart’ die MR-Engagés-Regierung über 50 Millionen Euro jährlich”, so der Ecolo-Regionalabgeordnete. Man könne die Vorgehensweise der wallonischen Regierung wie folgt zusammen fassen: „Du kriegst den Keks sofort, aber der Kuchen ist für die Reichen - und Du bezahlst den Kuchen!“ Hier seien „Blender“ am Werk. Bei den Erbschaftssteuern sieht es laut Freddy Mockel ähnlich aus: „Hier wird mit einer für 2028 angekündigten Halbierung der Erbschaftssteuern die Wählerschaft geködert. Wirklich weniger zahlen werden aber nur Erben, die jeweils mehr als 100.000 Euro erhalten. Wieder eine Reform für die oberen 10 Prozent. Und das bei knappen Kassen”, kritisiert Freddy Mockel. (red/sc)

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