Gemeinsam mit der belgischen, deutschen, niederländischen, italienischen, französischen und spanischen Polizei sucht sie bei der Aktion „Operation Identify Me“ nach Hinweisen zu 46 Frauenleichen. Die meisten dieser Frauen seien ermordet worden oder unter verdächtigen oder nicht geklärten Umständen gestorben.
Selbst kleinste Informationen helfen.
Im Mai 2023 starteten die belgische, deutsche und niederländische Polizei die Aktion „Operation Identify Me“. Auf die damals international verbreiteten 22 Fahndungsaufrufe gingen etwa 1.800 Hinweise ein. Diese führten auch zu einem Durchbruch in Belgien: So konnte 31 Jahre nach ihrem Tod die Britin Rita Roberts identifiziert werden, nachdem Familienangehörige ihre Tätowierung erkannt hatten.
Nun werden 25 weitere Fälle hinzugefügt, darunter auch zwei neue aus Belgien. Es handelt sich um eine unbekannte Frau, die am 28. Juli 2010 in der Maas in Lüttich gefunden wurde, und eine Frau, die am 6. August 2022 in der Fahrrinne von Ostende entdeckt wurde.
Alle Details zu den Fällen, wie Gesichtsrekonstruktionen, Fotos von Tätowierungen, Schmuckstücken oder Kleidungsstücken sowie Informationen zu Größe, Gewicht und Hautfarbe, sind auf der Website www.interpol.int/IM zusammengefasst. Hinweise können über die Website von Interpol eingereicht werden. Interpol zitierte seinen Generalsekretär Jürgen Stock: „Auch das kleinste Informationsstückchen kann entscheidend dabei sein, diese ungelösten Fälle aufzuklären.“ Die Öffentlichkeit könne der Schlüssel dazu sein, einen Namen und eine Vergangenheit zu finden und für längst überfällige Gerechtigkeit zu sorgen.
In Deutschland geht es um insgesamt neun ungeklärte Tode von Frauen, deren Leichen zwischen 1986 und 2002 in Deutschland entdeckt wurden. Mit der Ausweitung der Kampagne sind zu den sechs bisherigen Fällen drei weitere hinzugekommen: Eine Frauenleiche wurde 1994 auf einem Militärübungsgebiet bei Hannover gefunden, eine 2001 in Frankfurt im Main und eine weitere 1989 im hessischen Lahn-Dill-Kreis.
Zu den Fällen aus Deutschland gehören zudem eine 2001 in Köln gefundene Tote, eine 1986 an der A6 bei Heilbronn (Baden-Württemberg) entdeckte Frau, eine Tote 1997 in Altena-Bergfeld (Nordrhein-Westfalen), eine 2002 in Bremen in der Weser gefundene und in einen Teppich gewickelte Tote sowie Leichenfunde 1998 im Spandauer Forst bei Berlin und 1997 nahe einem Wald bei Todtnau (Baden-Württemberg).
In Deutschland wird „Identify Me“ unter anderem von Boxweltmeisterin Regina Halmich und ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein unterstützt. „Noch wissen wir nicht, wer ihr seid, aber wir haben euch nicht vergessen. Wir geben nicht auf, euch eure Namen zurückzugeben und euch würdig zu bestatten. Gerechtigkeit ist keine Frage der Zeit“, sagte Halmich. (dpa/belga/kupo)

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