Italien verhängt Notstand über Hochwasser-Regionen

<p>Polizeibeamte bahnen sich einen Weg durch ein überschwemmtes Gebiet, nachdem es in der Region Emilia Romagna zu anhaltenden Regenfällen und Überschwemmungen gekommen ist.</p>
Polizeibeamte bahnen sich einen Weg durch ein überschwemmtes Gebiet, nachdem es in der Region Emilia Romagna zu anhaltenden Regenfällen und Überschwemmungen gekommen ist. | Foto: Fabrizio Zani/LaPresse/AP/dpa

Insgesamt mussten mehr als 2500 Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden. Viele fanden bei Familie und Freunden Unterkunft. Andere übernachteten in Turnhallen. Betroffen sind Städte wie Bologna, Modena und Ravenna, aber auch das viel besuchte Strandbad Rimini an der Adria, wo die Hauptsaison erst vor einigen Tagen zu Ende ging. In der Emilia-Romagna wurden manche Anwohner bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres Opfer von Hochwasser.

Meloni zieht durch Selfie mit Mel Gibson Kritik auf sich

Am Wochenende beruhigte sich die Lage. Der Regen ließ nach. In vielen Gebäuden wird erst jetzt das Ausmaß der Schäden deutlich. Auch zahlreiche Autos, die am Straßenrand abgestellt waren, sind nicht mehr zu benutzen. Das Wasser in den Straßen zog langsam ab, aber vielerorts blieben große Mengen Schlamm und sonstiger Dreck übrig.

Meloni versprach: „Wir werden die betroffene Bevölkerung weiterhin bestmöglich unterstützen.“ Die rechte Regierungschefin zog aber auch Kritik auf sich, weil sie einer Sondersitzung ihres Kabinetts zum Hochwasser fernblieb. Stattdessen postete sie auf Instagram ein Selfie, das sie strahlend mit dem Hollywood-Star Mel Gibson („Braveheart“) zeigt.

Gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Rom und Bologna

Inzwischen gibt es zwischen Rom und den Regionalregierungen der Hochwasser-Gebiete auch gegenseitige Schuldzuweisungen. Der rechte Katastrophenschutz-Minister Nello Musumeci warf der sozialdemokratisch regierten Verwaltung der Emilia-Romagna vor, bereits zur Verfügung gestelltes Geld nicht richtig verwendet zu haben. „Irgendetwas stimmt nicht. Es kann nicht immer zu derart katastrophalen Überschwemmungen in der Emilia-Romagna kommen“, sagte der Minister.

Vergangenes Jahr kamen in der Region bei Unwettern 17 Menschen ums Leben. Der Sachschaden ging in die Milliarden. Die Sozialdemokraten wiesen die Vorwürfe als wahltaktisches Manöver zurück. Im November finden in der Emilia-Romagna, einer der reichsten und traditionell linken Gegenden Italiens, Regionalwahlen statt.(dpa/ag)

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