„Das wäre nichts Außergewöhnliches, doch kurz zuvor hatte der Dienst über technische Probleme seitens des IT-Lieferanten informiert, die dazu führten, dass E-Mails des ZKB teilweise nicht zugestellt und als Spam aussortiert wurden. Dadurch haben viele den Aufruf zur Einschreibung nie erhalten“, heißt es weiter. Wer seine Kinder in der Folge habe anmelden wollen, hätte daher häufig das Nachsehen gehabt, denn für die Platzvergabe ist unter anderem das Datum der Anmeldung ausschlaggebend.
„Natürlich ist die Zahl der Betreuungsplätze beschränkt und der Anspruch darauf nicht gottgegeben. Doch genau darum müssen sie absolut korrekt und nachvollziehbar vergeben werden. Das war hier nicht der Fall. Eltern haben über den Sommer die Betreuungsplätze ihrer Kinder verloren, die sie zum Teil seit Jahren in Anspruch nehmen - ohne eigenes Verschulden”, so Ecolo. Als die technischen Probleme bemerkt worden seien, hätte nach Auffassung des PDG-Abgeordneten Andreas Jerusalem die Vergabe direkt pausiert werden sollen, denn die leidtragenden Eltern hätten ihre Kinder ja nur verspätet einschreiben können.
„Der Zeitpunkt der Einschreibung ist ein ausschlaggebendes Vergabekriterium, wurde aber durch die technischen Probleme null und nichtig“, findet der Ecolo-Abgeordnete. „Nur so wäre eine gerechte, transparente Vergabe möglich gewesen, bei der alle gleich behandelt worden wären.“
Die seit Beginn des Jahres erreichten Verbesserungen in der außerschulischen Betreuung seien natürlich lobenswert, unterstreicht der Andreas Jerusalem. Die Aufwertung des Berufs des Kinderbetreuers habe zwar zeitweilig für Unruhe gesorgt, stelle aber insgesamt eine Verbesserung dar. Auch sei es positiv, dass die Kapazitäten erhöht werden, denn der Betreuungsbedarf ist hoch. Das sei wünschenswert, z. B. um Eltern bessere berufliche Perspektiven zu ermöglichen. Auch die neuen Tarife wirkten sich positiv aus. Doch genau diese Umstände haben auch die Nachfrage erhöht. Daher stellt Jerusalem die Frage in den Raum, „ob für alle betroffenen Familien eine Lösung gefunden wurde“. Falls nicht, rufe er die Ministerin auf, ihrer Verantwortung vor allem gegenüber den Eltern nachzukommen, die seit Mitte Juli die bange Frage beschäftigt, wie ihre Kinder außerhalb der Schulzeiten betreut würden, da sie ihre langjährigen Betreuungsplätze aufgrund einer IT-Panne verloren haben. (red/svm)

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