SPplus setzt in Eupen auf viele neue Gesichter

<p>Am Samstagmorgen stellten sich in Kettenis die Kandidaten der SPplus-Liste für die Kommunalwahl in Eupen vor.</p>
Am Samstagmorgen stellten sich in Kettenis die Kandidaten der SPplus-Liste für die Kommunalwahl in Eupen vor. | Fotos: David Hagemann

2026 werden es 20 Jahre sein, dass die Liste SPplus ihren Platz im Eupener Stadtrat gefunden hat. Ein Jubiläum, das ihre Vertreter gerne als Teil der künftigen Rathauskoalition feiern würden. Ob das gelingt, wird sich in wenigen Wochen entscheiden. Klar ist seit dem Wochenende, mit welchem Team die sozialistisch gefärbte Liste dieses Ziel erreichen möchte. Neben Sportschöffin Alexandra Barth-Vandenhirtz, die bereits vor kurzem im Gespräch mit dem GrenzEcho ihre Spitzenkandidatur verkündet hatte, bewerben sich 26 weitere Mitstreiter um einen Platz im neuen Stadtrat. Dabei setzt man auf eine Mischung aus erfahrenen Kräften und politischen Neulingen. Während acht Personen aus dem SPplus-Kandidatenfeld bereits in der Vergangenheit ihren Hut in den kommunalpolitischen Ring geworfen haben, betreten 19 Neuland.

<p>Alexandra Barth-Vandenhirtz</p>
Alexandra Barth-Vandenhirtz

„Unsere Liste weist Bürgerinnen und Bürger mit frischen Ideen gepaart mit politisch erfahrenen Kandidaten auf“, zeigte sich die 54-jährige Spitzenkandidatin zufrieden. Die Liste sei vielseitig und breit aufgestellt, sowohl hinsichtlich der Altersstruktur als auch in Bezug auf den beruflichen Hintergrund. „Es sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft“, konstatierte sie. Und: Zwei Drittel der Kandidaten seien ehrenamtlich tätig, was zeige, dass sie gesellschaftlich Verantwortung übernehmen.

Werner Baumgarten, langjähriges Zugpferd der SPplus-Liste, tritt nicht mehr an.

Apropos Verantwortung: Werner Baumgarten, das langjährige Aushängeschild und Zugpferd von SPplus sucht man auf der Liste für die Gemeindewahlen 2024 vergebens. Bei den letzten Urnengängen hatte er die Liste angeführt und sie als kleinster Partner der Regenbogenkoalition etabliert. Mit dem Rückzug als Schöffe Anfang 2023 läutete er jedoch seinen langsamen Rückzug aus der Eupener Kommunalpolitik ein. Als Sportschöffe ersetzte ihn vor anderthalb Jahren Alexandra Barth-Vandenhirtz, die nun auch sein Erbe als Spitzenkandidat antritt.

Während Werner Baumgarten also künftig definitiv nicht mehr dem Eupener Stadtrat angehören wird, trifft dies nicht auf Kirsten Neycken-Bartholemy zu. Die Lehrerin, die auch im Parlament der DG vertreten ist und zudem über reichlich kommunalpolitische Erfahrung verfügt, wird auf Platz 27 als Listendrückerin der SPplus-Liste ins Rennen gehen.

<p>Zwei Drittel der Kandidaten auf der sozialistisch gefärbten Liste in Eupen sind Newcomer.</p>
Zwei Drittel der Kandidaten auf der sozialistisch gefärbten Liste in Eupen sind Newcomer.

Hinter Alexandra Barth-Vandenhirtz belegt mit Patrick Scholl ein politischer Newcomer Platz zwei. Auf Platz drei ist mit Guido Breuer der Präsident der SP Eupen zu finden.

Aller Nähe zum sozialistischen Lager zum Trotz: Auch bei der Listenvorstellung am Samstag in Kettenis betonten die Verantwortlichen einmal mehr, eine offene Bürgerliste zu sein und damit Bürgern unterschiedlicher politischer Lager eine Heimat bieten zu wollen. Das spiegelt sich auch im aktuellen Kandidatenfeld wider: Die Hälfte der Personen hat demnach keine SP-„Parteikarte“. „Wir sind eine bunte Liste – genauso, wie es sein soll“, urteilte deshalb Lokalpräsident Guido Breuer. 13 Frauen und 14 Männer bewerben sich dabei um einen Sitz im Eupener Stadtrat, der Altersdurchschnitt liegt bei 46 Jahren, die Altersspanne reicht von 20 bis 69 Jahren.

Dabei hat man sich dem Slogan „Zusammen Zukunft gestalten“ verschrieben. Dahinter verberge sich die Absicht, „eine Politik auf Augenhöhe“ zu betreiben. Aber auch die Vorzüge der Stadt („Eupen hat viel zu bieten“, „Lebensqualität stärken“) will man stärker herausarbeiten und ein größeres Augenmerk auf das Sicherheitsgefühl der Bürger legen.

Und natürlich betonte Alexandra Barth-Vandenhirtz als amtierende Sportschöffin die Wichtigkeit einer zeitgemäßen Sportinfrastruktur und eines vielfältigen Sportangebotes für alle Bevölkerungsgruppen als Priorität ihrer Liste. „Sport muss für alle zugänglich sein“, unterstrich die Spitzenkandidatin – und hob einige Beispiele vor: eine nachhaltige Aufwertung der städtischen Infrastrukturen, ein zukunftsorientierter Ausbau der Leichtathletikpiste, der Bau einer großen Sporthalle am Stockbergerweg, die als Heimat für Turner und Kampfsportler dienen soll.

„Zusammen Zukunft gestalten“ lautet der Slogan der Liste.

Durchaus überraschend fand das einstige „Vorzeigeprojekt“ Wetzlarbad, mit dem SPplus in früheren Jahren Wahlkampf gemacht hatte und nicht zuletzt auf Bestreben ihrer Vertreter realisiert wurde, nur am Rande Erwähnung. Ob man glaubt, mit der baldigen Wiedereröffnung des Wetzlarbad nicht punkten zu können? 

Für den Wahlabend am 13. Oktober rechnet sich die Spitzenkandidatin jedenfalls einiges aus. „Es darf für uns etwas mehr sein. Wir visieren vier bis fünf Sitze an“, äußerte sich Alexandra Barth-Vandenhirtz optimistisch. Zur Erinnerung: Sowohl 2012 als auch 2018 war SPplus auf jeweils drei Sitze gekommen.

Die SP-Kandidaten auf einen Blick

Platz 1: Alexandra Barth-Vandenhirtz (54 Jahre)

2. Patrick Scholl (47)

3. Guido Breuer (64)

4. Alina Müllender (21)

5. Stephan Depreeuw (35)

6. Tatiana Sereda (46)

7. Jürgen Falkenberg (49)

8. Cara Haubold (32)

9. Yvan Butek (56)

10. Jennifer Bantu (35)

11. Gereon Langer (21)

12. Sarkany Wetzels (29)

13. Ursula Rosskamp (60)

14. Michael Bartholemy (55)

 Alfred Ossemann (61)

16. Bettina Amplatz (69)

17. William Falkenberg (20)

18. Annette Gall (59)

19. Yannick Godesar (36)

20. Sylvianne Mignon (59)

21. Michael Harrings (42)

22. Hatice Koc (49)

23. Arthur Kolié (42)

24. Brenda Mayiki-Moschi (38)

25. Dirk Liessem (63)

26. Rolf Bodem (64)

27. Kirsten Neycken-Bartholemy (52)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment