Die Politikerin sprach bei einem Treffen mit dem spanischen König Felipe von „Sabotage“. Laut Verkehrsminister Patrice Vergriete wurde zumindest auf der Atlantikstrecke der Verkehr am Nachmittag zum Teil wieder aufgenommen. „An den Bahnhöfen Montparnasse und Bordeaux, die am stärksten betroffen waren, fährt schon wieder jeder dritte Zug. Es bessert sich bereits“, sagte Vergriete. Dennoch sei weiter mit starken Verzögerungen zu rechnen.
Nur Stunden vor dem Beginn der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris hatte Frankreichs Bahngesellschaft SNCF am Freitagmorgen einen „massiven Angriff“ auf das Schnellzugnetz gemeldet. Dabei sei es auch zu Brandanschlägen gekommen.
„Dies ist ein massiver Angriff in großem Umfang, um das TGV-Netz lahmzulegen“, hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der französischen Bahn sind 800.000 Menschen von Zugausfällen betroffen. Die Auswirkungen werden das ganze Wochenende bemerkbar sein, teilte die SNCF mit.
Jeder zweite Zug nach Osten, nach Norden und jeder vierte Schnellzug in Richtung Bordeaux war betroffen, so Vergriete am Mittag. Auch auf der Route zum Stade de France, einem der Austragungsorte der Olympischen Spiele, geht derzeit nichts, ebenso wie auf manchen Strecken aus Belgien raus. Viele Bahnverbindungen mit den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen müssten gestrichen werden.
Die Sicherheitsvorkehrungen werden verstärkt. Die Pariser Polizeipräfektur „konzentriert ihr Personal auf die Pariser Bahnhöfe“, so Laurent Nuñez, der Polizeipräfekt von Paris, im Sender franceinfo: Die „Situation dürfte mindestens das ganze Wochenende anhalten, während die Reparaturen durchgeführt werden“.
Wegen der Olympischen Spiele ist die Sicherheitslage in Frankreich angespannt, der Aufwand zum Schutz des Mega-Events ist gewaltig. Rund 35.000 Polizisten und Gendarmerie-Mitglieder sowie 18.000 Soldaten werden bei den Spielen im Schnitt jeden Tag im Einsatz sein. Scharfschützen, Taucher und KI-Kameras sollen mögliche Zwischenfälle rund um die Eröffnungsfeier am Freitagabend auf der Seine verhindern.
Zu der pompösen Zeremonie werden in der Metropole enorm viele Zuschauer erwartet. Die Veranstalter rechnen mit rund 300.000 Menschen am Ufer. Etwa 120 Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter werden zu der Eröffnungsfeier erwartet, auch König Philippe ist in Paris. Auch die US-amerikanische First Lady Jill Biden wird bei der Zeremonie live dabei sein.
„Sicherheit war die oberste Priorität für Paris 2024“, sagte Organisationschef Tony Estanguet zuletzt über die Vorbereitungen auf Olympia. Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin hatte unlängst betont, dass es „keine klare Bedrohung der Sicherheit der Olympischen Spiele“ geben. (sid/dpa/tf)

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