Am Dienstag erlaubte sich die um ihre Wiederwahl durch EU-Parlamentarier – bereits zuvor hatten sich Konservative, Sozialisten und Liberale auf eine unsägliche große Koalition der Machterhaltung und des daraus zwangsläufig resultierenden politisch
Wehe, einer nutzt die „offenen Gesprächskanäle“
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Kommentare
Da greift der Herr Schröder mit seinem „Wochenbuch“ aber tief in die populistische Klischeekiste.
„… empfing auch Donald Trump den zum Festakt angereisten derzeitigen Vorsitzenden des Rates der Europäischen Union, Viktor Orbán, zum Abschluss seiner umstrittenen „Friedensmission“ rund um den Globus.“
Wie? Was? War Orban also doch im Auftrag der EU unterwegs? Wie reimt das sich denn mit diesem Satz hier zusammen:
„Doch bleiben wir bei Orbáns ‚Friedensmission‘, die nur stattfinden konnte, weil sie eben nicht mit den lupenreinen Demokraten in Brüssel und Washington abgestimmt war.“
Dagegen steht dann etwas weiter: „Beachtenswert ist Orbáns Zehn-Punkte-Bericht an den EU-Ratspräsidenten.“ Zur Zeit ist das Charles Michel.
Wie, was? Wieso erstattet Orban dem EU-Ratspräsidenten Bericht, wo er doch nicht im Auftrag der EU gehandelt hat ?
Wenn Orban nicht im Auftrag der EU, sondern nur als „Friedensmissionar“ auf eigene Rechnung unterwegs war, wieso lässt er dann die EU, doch wohl auch ein wichtiger Faktor in diesem Konflikt, im Vorfeld seiner Goodwilltour völlig im Abseits stehen? Spielt sie in seinen Augen keine Rolle mehr ?
Das macht seine „Mission“ von Anfang an unglaubwürdig und ohne jede Erfolgsaussicht, so sie denn wirklich eine auch noch so dünne gehabt hätte, und degradiert sie zur bloßen Show eines Wichtigtuers.
„… und dass keine der beiden Konfliktparteien von sich aus eine Friedensinitiative starten werde.“
Aha ! Selbst Putin nicht, wo er doch die Initiative zum Krieg ergriffen hat…
Dass Herr Schröder für die EU nur Verachtung empfindet, ist nicht neu. Er sollte dennoch bei den Fakten bleiben.
Die „um ihre Wiederwahl buhlende Spitzenbeamtin“ von der Leyen bewirbt sich um ein politisches Amt und muss dafür eine Mehrheit im demokratisch gewählten (schon vergessen?) Europäischen Parlament erhalten. Beamte werden bekanntlich nicht gewählt.
Sie ist also keine „Beamtin“, sondern im Rahmen der EU-Verträge eine Regierungschefin.
Mit den anderen Kommissaren muss sie von dem von uns, also dem verächtlich abqualifizierten „nichtsahnenden Volk“ gewählten „Blasen-Parlament“ (!) bestätigt werden, was sie gestern mit 56 % der Stimmen wurde.
Eigentlich sollte man von einem ehemaligen Chefredakteur des GE erwarten, dass er solche Zusammenhänge kennt und seine Leser objektiv informiert, auch in einem Meinungsbeitrag.
Dem möchte ich noch Folgendes hinzufügen, Herr Schleck.
Wenn die Huldigung der Diktatoren, Autokraten und illiberalen Staatschefs (von Putin über Milei bis Orban…) und die Verächtlichmachung westlicher demokratischer Strukturen an dieser Stelle im GE weiter den Ton bestimmt (wie wäre es diesen Donnerstag mit einem Lobgesang auf den „Märtyrer“, der sich anschickt, ins Weiße Haus zurück zu kehren?), möchte man dem GE nahe legen, diese Kolumne in “Oswalds wöchentliche illiberale Pamphlete“ umzutaufen.
Dann weiß jeder Leser woran er ist und muss sich nicht immer aufs Neue verwundert die Augen reiben, mit welcher Chuzpe jemand sein eigenes Nest beschmutzt, das ihn Jahrzehnte fürstlich genährt hat.
@Leonard,
Seit wann ist Milei in Argentinien ein Autokrat vergleichbar mit Putin? Milei ist auf jeden Fall ein Libertärer, der die korrupte Staatsverwaltung ausmisten will (mal sehen wie weit er kommt), das schmeckt natürlich keinem Linken. Milei ist sogar einer der Hauptunterstützer in Lateinamerika von Selensky gegen Putin.
Wieso nennen Sie dann Milei in einem Atemzug mit Orban in Bezug auf diesen Bericht hier?
Dass jeder Bürger, auch ein Gastkommentator einer Zeitung eine Position vertreten kann, die bewusst den sogenannten “Mainstream” provozieren will, ist eine der schönsten Errungenschaften freiheitlicher, rechtstaatlicher Demokratien. Dass es manchem Kommentator oder politisch Agierenden dabei vor allem um persönliche Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit geht, ist für Beobachter auch längst nicht Neues mehr.
Problematisch wird es für viele Abonnenten der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung unserer Region allerdings, wenn der Autor einer bezahlten Kolumne sich von Woche zu Woche mehr und mehr zum einseitigen Missionar entwickelt und dem Leser für gleich welches Ereignis die gleiche Täter-Opfer-Umkehr serviert: schuld an allem sind EU und NATO. Korrupte Autokraten, die sich selbst zum Friedensengel ernennen, ernten dagegen Sympathie.
Vor lauter intensiver Suche nach dem berühmten Haar in der EU-Suppe “übersieht” man völkerrechtswidrige Annexionen in Osteuropa, Verschleppung von tausenden Kindern, Kriegstreiberei des russischen Diktators in Afrika oder Manipulationen einiger republikanischer Gouverneure an den Wahlkreisen zwecks Bevorteilung der US-Republikaner.
Begriffe wie Butscha oder Nawalny kommen im Wortschatz des Autors nicht vor, ein Netanjahu,
der sich mit Rechtsradikalen ins Bett gelegt hat, genießt Narrenfreiheit.
Ganz sicher ist die Frage erlaubt (Zitat Oswald Schröder:) “mit welchem Recht wir das Sterben von Menschen in der Ukraine durch russische Waffen billigend in Kauf nehmen dürfen”
Aber bei der Antwort auf diese Frage darf der Autor nicht ausblenden, wer seit 2014 Krieg gegen die Ukraine führt, zunächst acht Jahre lang durch völkerrechtswidrige Annexion und Bewaffnung separatistischer Milizen und seit zwei Jahren durch gezielte Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung: Energieversorgung, Schulen, Kinderkrankenhäuser usw. usw.
Milei und Orban sind vom Volk gewählte Staatsoberhäupter. Auch nicht linke Politiker können Demokraten sein.
Im Gegensatz zu Kindern, nutzen Erwachsene selten den Satz : "Er hat aber angefangen", selbst, wenn er wahr ist. Mit diesem Satz kann kein Konflikt beigelegt werden. Nach 2,5 Jahren diesen Satz mantrahaft vor sich her zu tragen, ohne eine andere Kommunikationsstrategie zu entwickeln, lässt tief blicken, was den Wunsch nach Lösungen angeht.
Was das berühmte Haar in der EU-Suppe angeht, glaube ich, wir brauchen nicht mehr allzu intensiv zu suchen. Die Realität ist bei den Bürgern angekommen.
Ich freue mich jedenfalls immer auf die interessanten Kommentare von Oswald Schröder.
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