[Media and Me] KI und Kunst – wie Tag und Nacht

<p>[Media and Me] KI und Kunst – wie Tag und Nacht</p>
Illustration: KI-generiert/svm

Für einen Privatbenutzer wahrscheinlich relativ wenig; der nimmt sich eventuell einmal eine halbe Stunde, um sich ein bisschen auszuprobieren und seine Möglichkeiten zu erforschen; grundsätzlich aber, geht es ihm einfach darum, Spaß zu haben. Firmen jedoch übergeben jetzt immer mehr Kreativarbeit an KI weiter. Geschätzt 204.000 Arbeitsplätze in der Unterhaltungsbranche werden innerhalb der nächsten drei Jahre durch den Einfluss von KI entweder signifikant verändert oder gar ganz ersetzt, rechnet die Fachredaktion von „Cartoon Brew“ vor. Und das schon allein, ohne Freelancer und Vertragsarbeiter mitzuzählen.

99 Prozent der befragten Firmen planen, KI in den nächsten drei Jahren in ihr System zu integrieren und ein Drittel hat bereits Anteile, die schon von KI übernommen wurden.

Des Weiteren berichten laut einer anderen Umfrage mehr als ein Viertel der befragten Zeichner und Illustratoren, dass sie bereits mindestens einmal ihren Job durch KI verloren haben. Ein Drittel bestätigt, dass sie durch den Einsatz von KI weniger verdienen als zuvor.

Den Künstlern werden jedoch nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Steine in den Weg gelegt. Mit Metas neuen Richtlinien werden jetzt auch noch ihre Werke benutzt, um KI zu trainieren. Das einzige, was sie dagegen tun können, ist lediglich, Instagram, Facebook und Co. die Rechte an ihren Werken zu entziehen, beziehungsweise ihre Accounts und Apps zu löschen.

Das alles macht KI gerade; doch wofür könnten wir sie stattdessen gut gebrauchen?

Viele Menschen - größtenteils Zeichner und Künstler - haben sich in einem Trend dazu geäußert, dass KI zurzeit genau das Gegenteil von dem macht, was sie machen sollte.

Bei Sci-Fi-Filmen wird mit bahnbrechender Technologie alles Langweilige und Überflüssige automatisiert, damit sich die Menschen auf das Wesentliche konzentrieren können; das, was ihnen Spaß macht.

Heutzutage ist es jedoch so, dass KI einem unter anderem Kunst, Musik und lyrische Werke automatisiert herstellt. Nicht, dass man sich noch von unnötigen Freizeitaktivitäten ablenken lässt. Man soll sich im Leben auf das fokussieren, worum es wirklich geht: Arbeiten, arbeiten, arbeiten, bis dass man tot umfällt. Und den Haushalt gefälligst nicht vergessen - dass da auch ja nichts dazwischenkommt.

Ein letzter Aspekt des Problems ist, dass durch dieses „synthetische“ Erschaffen von Kunst die eigentliche Bedeutung verloren geht. Bei Kunst geht es ja an sich darum, Gefühle zu vermitteln. Das wird natürlich schwierig, wenn man quasi das einzige Medium benutzt, was keine Emotionen hat.

Meiner Meinung nach sollte man KI vorerst für alle kreativen Bereiche bannen, bis eine ordentliche Reglementierung aufgestellt wird, die auch weiterhin streng eingehalten wird. Die Rechtsverletzungen, die aktuell stattfinden und die schwierige Situation, in der sich Künstler jeder Art gerade befinden, finde ich persönlich inakzeptabel und dieses Problem sollte definitiv mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Projektes „Media and Me“. Während drei Tagen erhalten Teilnehmer ab 16 Jahren unter anderem Einblicke in die Abläufe der GrenzEcho-Redaktion und erstellen journalistische Texte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.

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