[Media and Me] Warum mentale Gesundheit fördern?

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Illustrationsfoto: picture alliance/dpa

Weltweit nehmen psychische Erkrankungen weiter zu. Die bekannten Krankheitsbilder wie Depression, Angststörungen oder Burn-out stellen nur einen kleinen Teil der Herausforderungen, mit welchen Menschen heutzutage konfrontiert sind, dar. Diese Steigerung kann auf viele Faktoren zurückgeführt werden. Dazu zählen neben einer erhöhten beruflichen Anforderung auch eine soziale Isolation durch die technologischen Entwicklungen. Die ständige und freie Verfügbarkeit von Informationen führt oft sogar zur Überforderung.

Auch in der Wirtschaft spürt man die Auswirkungen einer schlechten mentalen Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass der globalen Wirtschaft jährlich über eine Billion US-Dollar dahinschmelzen. Dies sind Folgen des Produktivitätsverlusts durch z.B. Depression und Angststörung. In Programme zur Förderung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz zu investieren, reduziert diese Verluste und steigert auch die Mitarbeiterzufriedenheit.

Das soziale Gefüge wird viel von der mentalen Gesundheit beeinflusst. Menschen, die unbehandelte psychische Erkrankungen haben, können Schwierigkeiten haben, Beziehungen zu pflegen. Das kann dazu führen, dass sie sozial isoliert werden. Andererseits kann ein starkes soziales Umfeld bzw. Netzwerk als Schutzfaktor handeln und die psychische Standhaftigkeit stärken. Der Support der Peergroup und Gemeinschaftsinitiativen spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung Betroffener.

Allerdings fängt vieles schon bei der richtigen Aufklärung an. Bildungsprogramme, welche schon in der Schule einsetzen, können aktiv zu einem besseren Verständnis für psychische Gesundheit beitragen und helfen Vorbehalte zu beseitigen. Kinder und Jugendliche lernen dadurch frühzeitig, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten und sich Hilfe zu holen, wenn diese benötigt wird.

Ferner liefert die digitale Revolution in diesem Kontext Herausforderungen, aber auch wertvolle Chancen. Natürlich können die sozialen Medien oder eine ständige Erreichbarkeit Stress und Angst herbeiführen. Trotzdem geben digitale Tools oder Apps neue Möglichkeiten für den Zugang zu therapeutischen Angeboten oder Selbsthilfegruppen. Während der Corona-Pandemie hat auch die Teletherapie an Bedeutung gewonnen. Sie gibt die Möglichkeit, Unterstützung ortsunabhängig und flexibel zu gestalten und zu erhalten.

Es gibt viele Strategien und Maßnahmen, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene angewendet werden können, um die mentale Gesundheit zu fördern. Dazu zählen regelmäßige körperliche Aktivitäten, Achtsamkeits- und Meditationsübungen als auch der Aufbau und die Pflege stabiler sozialer Netzwerke. Außerdem sollte psychologische Beratung und Therapie so einfach wie nur möglich zugänglich sein.

Die mentale Gesundheit ist ein entscheidender Faktor für das Wohlbefinden und die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft. Wenn das Bewusstsein für die Bedeutung der mentalen Gesundheit verschärft wird und Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu fördern, kann eine gesündere und widerstandsfähigere Gemeinschaft aufgebaut. Am Ende liegt es an allen, einen offenen und unterstützenden Umgang mit dem Thema zu pflegen und Betroffenen die nötige Hilfe zukommen zu lassen.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Projektes „Media and Me“. Während drei Tagen erhalten Teilnehmer ab 16 Jahren unter anderem Einblicke in die Abläufe der GrenzEcho-Redaktion und erstellen journalistische Texte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.

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