Vor dem heißen Duell mit den so leidenschaftlich kämpfenden Türken in der Messestadt am Dienstag (21 Uhr) übte sich Rangnick jedoch zunächst in kontrolliertem Optimismus, obwohl in der Heimat das EM-Fieber voll entflammt ist. „Die Spieler sollen sich da ruhig von dieser Euphorie auch ein bisschen mittragen lassen, aber meine Mannschaft kann das schon recht gut einordnen. Im Prinzip beginnt die Europameisterschaft jetzt erst so richtig“, sagte der 66-Jährige im ORF.
Der Deutsche und seine Spieler haben natürlich mitbekommen, dass durch den ersten Platz in der schwierigen Gruppe D mit den Favoriten Frankreich und den Niederlanden, „die Zuversicht und die Erwartungshaltung ein bisschen weiter gestiegen ist“, sagt Rangnick. Das wurde unter anderem deutlich, als Österreichs legendärer Stürmer Hans Krankl forsch formulierte: „Es ist alles möglich - bis zum Finale sogar. Spanien ist das Beste, was ich bisher gesehen habe, und dann kommt schon Österreich.“
Die Stimmung ist angesichts des bisherigen Turnierverlaufs super, am Samstag feierte die Mannschaft gemeinsam Rangnicks 66. Geburtstag. Die Spieler sangen dem Coach, der sogar ein Tränchen verdrückte, ein Ständchen und vom verletzten Kapitän David Alaba gab es eine Torte in Rot-Weiß-Rot. In dieser familiären Atmosphäre scheint den Österreichern dieser Tage alles zu gelingen – und sogar der Turnierbaum spielt mit.
Bei einem Sieg gegen die Türkei ginge es am Samstag in Berlin, wo die Österreicher ihr Teamcamp haben, entweder gegen Rumänien oder erneut gegen Niederländer, die sie bereits im dritten Gruppenspiel überzeugend mit 3:2 besiegt hatten. Ist das Halbfinale also mittlerweile Pflicht? „Wir lassen uns nicht verrückt machen“, sagt Alaba, der als „Non Playing Captain“ beim Team weilt. Denn erst einmal warten die Türken.
Doch jene Türken, die in ihrer Gruppe keinesfalls überzeugt hatten, hatte Österreich im Test im vergangenen März bereits vernichtend mit 6:1 geschlagen. Ein gutes Omen? „Wir wissen, dass das ein komplett anderes Spiel wird“, mahnt Alaba. (sid/leo)

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