Eines ist klar: CO2-frei ist keines der Produkte. Um diesem Label zu entsprechen, darf weder bei der Produktion noch bei der Verpackung und in der Lieferkette CO2-Emissionen entstehen.
Für eine bessere Aufklärung der Verbraucher sorgt ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Deutschland am 27. Juni. Der BGH überprüft Entscheidungen der Instanzgerichte. Seine Urteile sind zwar nur im Einzelfall verbindlich, jedoch wird der Rechtsauffassung des BGH fast ausnahmslos Folge geleistet.
Angeklagt war der Süßwarenhersteller Katjes, der in der Vergangenheit häufig mit Klimaneutralität geworben hatte. Der BGH urteilte gegen das Unternehmen. Mehrdeutige umweltbezogene Begriffe seien nur dann zulässig, wenn in der Werbung selbst erläutert werde, welche konkrete Bedeutung diesen zukäme. Der Vorsitzende Richter führte aus, die Kompensation von Emissionen sei nicht mit der Vermeidung gleichzusetzen, da letztere für den Klimaschutz wichtiger sei.
Damit ist nicht nur für den Verbraucherschutz etwas getan worden. Mit der Regelung könnte auch ein Anreiz für Unternehmen geschaffen werden, echten Klimaschutz zu betreiben. Denn, wer sein Produkt klimafreundlich vermarkten will, muss dies in Zukunft auch einhalten und das gilt nicht nur für Deutschland.
Auch auf europäischer Ebene wurde im Januar ein Gesetz beschlossen, das Begriffe wie „klimaneutral“, „biologisch abbaubar“ und „umweltfreundlich“ ohne belastbare Beweise verbietet. Zudem liegt dem Europaparlament ein Gesetzesentwurf vor, der wissenschaftliche Belege für Nachhaltigkeitsbehauptungen zu Produkten fordert.
Wenn durch diese Gesetze der Standard für Umweltschutz in der Wirtschaft gehoben werden kann ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Last des Klimaschutzes sollte nicht nur auf dem Einzelnen liegen. Unser ganzes System ist dafür verantwortlich. Wer beim Einkaufen auf die Umwelt achten möchte, dem sollten keine Steine in den Weg gelegt werden.
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des Projektes „Media and Me“. Während drei Tagen erhalten Teilnehmer ab 16 Jahren unter anderem Einblicke in die Abläufe der GrenzEcho-Redaktion und erstellen journalistische Texte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.
![<p>[Media and Me] Klimaschutz beim Wocheneinkauf?</p>](https://grzeng.rosselcdn.net/sites/default/files/dpistyles_v2/ena_16_9_extra_big/2024/07/01/node_108845/15026439/public/2024/07/01/B9736386272Z.1_20240701144839_000%2BGSSP0IQDM.1-0.jpg?itok=nW5LxnCn1719838200)
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