Es ist vor allem die Verkehrs- und Lärmbelästigung infolge des plötzlichen Bevölkerungszuwachses, die quer durch die Ardennen den örtlichen Bürger(inne)n die Zornesfalten auf die Stirn treibt. Kein Wunder, wenn die Bevölkerung im Juli und August hier oder dort bis zu vierzig Prozent anwächst.
So etwa in Wéris, unweit von Durbuy, wo die „gîtes“ (Ferienhäuser) in jüngerer Zeit wie Pilze aus dem Boden schossen. In Zahlen: Wéris zählt 117 Häuser in Eigentum, bewohnt von ortsansässigen, in der Gemeinde eingetragenen Personen. Hinzu kommen 25 so genannte, steuerlich verbuchte Zweitwohnsitze, durchweg im Besitz von Flamen, die teils seit langen Jahren integriert sind. Zudem 4 Hotels/Pensionen.
Faktisch also ein touristischer Ort unter vielen… wären da nicht die 26 (!) Ferienhäuser für Minimum 12 und Maximum 30 Personen. Wodurch die Bevölkerung im Sommer um 500 Personen anwächst. Eine „Kohabitation“, die lange in Kauf genommen wurde, heute aber grenzwertig ist.
Über längere Zeit waren es in den Ardennen vornehmlich einheimische, meist junge Familien, die sich um den Kauf älterer, leer stehender Anwesen in den vielfach überschaubaren Orten bemühten und auf solche Weise das dörfliche Miteinander „am Leben hielten“. Eine Option, die zuletzt jedoch weggebrochen ist.
Der Grund: Vorgenannte Anwesen sind in der Zwischenzeit für lokale Interessenten unerschwinglich geworden. Auswärtige Investoren überbieten die potenziellen Käufer vor Ort mit meist unschlagbaren Offerten. Auch mit der bedauerlichen Folge, dass das lokale Sozial-, Preis- und Steuergefüge in Schieflage gerät. So etwa in der Gemeinde La Roche, wo sich die Anträge auf „gîtes“ in den vergangenen drei, vier Jahren in den insgesamt 23 Orten gehäuft haben. Und da bei einem Antrag auf Um- und Ausbau eines älteren, oft größeren Anwesens die nachfolgende Bestimmung mitunter bewusst verschleiert wird, gehen Verwaltung und Kollegium der Sache in der Zwischenzeit konsequent auf den Grund - und setzen Anträge zumindest aus, bis zwingend Transparenz geschaffen ist. Oder anders ausgedrückt: Ja zum Tourismus, aber nicht um jeden Preis.
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