Italien trifft spät und steht im Achtelfinale

<p>Spannender Zweikampf: Italiens Alessandro Bastoni (vorne) gegen Andrej Kramaric.</p>
Spannender Zweikampf: Italiens Alessandro Bastoni (vorne) gegen Andrej Kramaric. | Foto: dpa

Mattia Zaccagni (90.+7) traf in letzter Sekunde zum Ausgleich für die Italiener, die ihr Achtelfinal-Ticket mit vier Zählern als Gruppenzweiter hinter Mitfavorit Spanien buchten und es in der Runde der letzten 16 am Samstag (18 Uhr) in Berlin mit der Schweiz zu tun bekommen.

Die Kroaten, die Modric (55.) 31 Sekunden nach seinem verschossen Handelfmeter in Führung gebracht hatte und zum ältesten EM-Torschützen aufgestiegen war, haben mit zwei Punkten und einem Torverhältnis von minus drei nur noch eine Minimalchance, als einer der besten vier Gruppendritten weiterzukommen. Dazu endet wohl eine Ära: Modric, Anführer der „Vatreni“ in den so erfolgreichen vergangenen Jahren, könnte sein letztes Länderspiel absolviert haben.

Der Bedeutung der Partie waren sich beide Nationen im Vorfeld bewusst, Kroatiens Trainer Zlatko Dalic sprach von einem „K.o.-Spiel ohne Verlängerung“ – die rund 30.000 Fans des WM-Finalisten von 2018 präsentierten sich schon am Nachmittag in der Leipziger Innenstadt und bei einem Fanmarsch in Richtung Stadion in Topform.

Und auch auf dem Spielfeld gaben die Kroaten zu Beginn den Ton an, Luka Susic zwang Italiens Lebensversicherung Donnarumma mit einem Distanzschuss früh zu einer Glanzparade (4.). Nach dem absolut chancenlosen Auftritt beim 0:1 gegen Spanien brauchten die Italiener eine Weile, ums ins Spiel zu kommen, wurden dann aber plötzlich gefährlich: Mateo Retegui köpfte nach einer Flanke von Riccardo Calafiori nur knapp rechts vorbei (21.).

Die Partie wurde nun offener, einen Kopfball des aufgerückten Alessandro Bastoni hielt Kroatiens Dominik Livakovic herausragend (29.). In der Folge scheuten beide Teams das Risiko, um Fehler zu vermeiden. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich dann schnell die Ereignisse: Modric scheiterte mit einem von Davide Frattesi verursachten Handelfmeter an Donnarumma, die Kroaten blieben aber dran: Donnarumma parierte wenig später stark aus kurzer Distanz gegen den eingewechselten Ante Budimir, Modric staubte den Abpraller wuchtig unter die Latte ab. Die Italiener waren nun gefordert und rannten verzweifelt an. Und schafften quasi mit dem Schlusspfiff noch den Einzug in die K.o.-Runde.

Spanien siegt mit zehn Änderungen in der Startelf

Ohne Punktverlust ins Achtelfinale: Topfavorit Spanien hat trotz großer Rotation seine weiße Weste bei der EM behalten und startet mit viel Rückenwind in die K.o.-Phase. Auch mit zehn Änderungen in der Startformation setzte sich das Team von Nationaltrainer Luis de la Fuente in Düsseldorf mit 1:0 (1:0) gegen Albanien durch und schloss die Gruppe B mit der maximalen Ausbeute von neun Zählern auf Rang eins ab.

Nach toller Vorarbeit des starken Dani Olmo traf Ferran Torres (13.) für den dreimaligen Europameister, der nach den vielen Wechseln aber nicht an die überzeugenden Auftritte zuvor anknüpfen konnte. In der nächsten Runde trifft Spanien auf einen der vier besten Gruppendritten, im Viertelfinale könnte dann ein Duell mit dem DFB-Team warten. Die Albaner hätten zumindest einen Punkt für die Chance auf das Weiterkommen benötigt, scheiterten aber wie bereits bei der ersten EM-Teilnahme 2016 in der Gruppenphase.

Die albanischen Fans glaubten an die Sensation gegen den großen Favoriten, auf den Rängen gaben sie eindeutig den Ton an. Die eigene Mannschaft befeuerte diese ohrenbetäubende Lautstärke in den ersten Minuten mit einem couragierten Auftritt auf dem Platz, setzte den Gegner früh unter Druck. Doch die Spanier blieben in der hitzigen Atmosphäre cool – und belohnten sich. Nach einem genialen Pass von Olmo traf Torres mithilfe des Innenpfostens zum 1:0.

Spanien versuchte es immer wieder mit schnellen Kombinationen nach vorne, zwingende Torszenen fehlten aber. Und so plätscherte die Begegnung zunächst ein wenig vor sich hin – bis Olmo im Strafraum an den Ball kam, doch Kapitän Berat Djimsiti blockte in letzter Sekunde den Schuss (36.). Kurz vor der Pause wurde Albanien einmal gefährlich, Keeper David Raya parierte den Versuch von Kristjan Asllani (45.) aber.

Nach dem Warnsignal wollten die Spanier zu Beginn des zweiten Durchgangs schnell das 2:0 nachlegen. Wieder war es Grimaldo, der eine scharfe Flanke in den Strafraum schlug, Stürmer Joselu verzog mit einem artistischen Versuch nur knapp (46.). Der Druck Spaniens wurde nun immer größer.

Doch weil sich die Spanier weiter nicht viele Chancen erspielten, lebte die Hoffnung bei den Albanern weiter – die selbst plötzlich offensiver wurden. Der eingewechselte Armando Broja scheiterte aber erneut an Raya (64.), auch in der Nachspielzeit versuchte er es noch einmal – vergebens. (sid/leo)

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