Das GrenzEcho hatte am Donnerstag (Seite 7) ausführlich darüber berichtet. Man stelle sich die Frage, „was hier schiefgelaufen ist“, heißt es in einer Pressemitteilung, die von den neu gewählten Vivant-Abgeordneten Michael Balter, Elena Peters, Diana Stiel und Alain Mertes unterzeichnet wurde. Der scheidende Gesundheits- und Sozialminister Antonios Antoniadis (SP) verweise auf die bestehenden gesetzlichen Grundlagen und sehe die Hauptverantwortung bei der Organisation selbst, die es in 17 Jahren nicht geschafft haben soll, sich mit den gesetzlichen Bestimmungen in der DG abzufinden. „Diese weichen in der Tat in einigen Punkten von denen der Französischen Gemeinschaft ab, wo die Safpa hauptsächlich tätig ist. Die Safpa selbst sieht die Schuld bei der DG-Regierung. Die sei nicht bereit gewesen, tatsächlich anfallende Kosten zu tragen“, schreibt Vivant. „Wir finden es sehr bedauerlich, dass es nach all dem Getue und dem ewigen Selbstlob der DG-Regierung um eine Verbesserung der Situation der Beschäftigten im Pflegebereich zu einer solchen Entwicklung kommen konnte. Die Probleme, die die Safpa letztendlich zu der Einstellung ihres Angebotes in der DG geführt zu haben scheinen, kommen uns nicht als unüberwindbar vor. Man hat vielmehr den Eindruck, dass seitens der DG-Regierung schlechter Wille oder Desinteresse an diesem Dienstleister vorlag, der tatsächlich nur einen Bruchteil des ostbelgischen Bedarfs an Familien- und Seniorenhilfe abdeckt.“ Vivadom habe einen rund sechs Mal größeren „Kundenkreis“. Für Vivant ist es „schwer nachvollziehbar“, dass in einem Bereich, in dem Fachkräftemangel bei wachsendem Bedarf herrsche, relativ überschaubare Differenzen wie die Erstattung von Mahlzeitchecks oder ein paar Tage zusätzlicher Urlaub zum Bruch geführt haben können. „Das ist vor allem schlimm, weil die bestehenden Seniorenheime in der DG nicht die Kapazitäten haben, um Menschen aus den neun deutschsprachigen Gemeinden aufzunehmen, die auf regelmäßige Hilfe oder eine permanente Aufnahme in ein Wohn- und Pflegezentrum angewiesen sind. Genauso bedauerlich ist es, dass die Pflege daheim oder die Hilfe für Familien durch die zum Teil zumindest von der DG mitverschuldete Situation geschwächt wird. Dabei müsste es das politische Ziel der DG sein, Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu halten. Einige der Mitarbeiter, die nicht von Vivadom aufgenommen werden können oder wollen, werden sicher eine Beschäftigung außerhalb Ostbelgiens finden. Das ist schade. Noch schwerer ist zu verstehen, dass der zuständige Minister, der über die Situation lange informiert gewesen sein muss, sich nicht bemüht hat, einen reibungslosen Übergang von einem Dienstleister zum anderen in dieser Frage herbeizuführen.“ Vivant hoffe, dass die designierte Sozial- und Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) in dieser Akte „mehr Engagement und Kompromissbereitschaft an den Tag legt, als sie es im Fall einer Tagesmutter aus einer Randgemeinde gezeigt hat. Für das Durcheinander im Zusammenhang mit diesem Fall und rund um die Umwandlung des RZKB in das ZKB ist nämlich sie politisch zu einem großen Teil mitverantwortlich“, schreibt Vivant. Gemeint ist der Fall der Tagesmutter Arlette Raxhon aus Moresnet, über den das GrenzEcho mehrfach berichtet hatte. Vivant fordert die diensttuende und die künftige Regierung auf, alles daran zu setzen, alle jetzt entlassenen Familienhelfer in der DG zu halten und eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten zu erarbeiten. Der alte und neue Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) sollte sich dieser Angelegenheit höchstpersönlich und in aller Dringlichkeit annehmen. (red/sc)

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