In Belgien erhalten jährlich etwa 8.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs. Bei 20 bis 25 Prozent der Patienten sind bereits bei der Erstdiagnose Lebermetastasen vorhanden, und 25 bis 30 Prozent entwickeln im weiteren Krankheitsverlauf Lebermetastasen.
Wenn eine Operation der Lebertumoren nicht mehr möglich ist, besteht die Standardbehandlung aus Chemotherapie. Forscher aus Frankreich, Italien und Belgien untersuchten nun den Unterschied zwischen einer alleinigen Chemotherapie und einer Kombination aus Chemotherapie und Lebertransplantation bei Patienten mit Lebermetastasen aufgrund von Darmkrebs. In Belgien wurde die Studie vom Universitätsklinikum Löwen koordiniert.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Kombination aus Chemotherapie und Lebertransplantation bei sorgfältig ausgewählten Patienten zu einer bemerkenswerten Verbesserung der Überlebensrate führt. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate lag bei 73 Prozent bei Patienten, die sowohl Chemotherapie als auch eine Lebertransplantation erhielten, im Vergleich zu nur 9 Prozent bei Patienten, die nur Chemotherapie erhielten.
„Das ist eine ausgezeichnete Nachricht für jüngere Krebspatienten mit Lebermetastasen aus dem Darm: Für sie bedeutet es die Chance auf ein neues Leben“, sagt Chris Verslype, Digestivonkologe am Universitätsklinikum Löwen. „Es ist eine bahnbrechende Studie, die den Weg ebnet, künftig auch Lebertransplantationen bei diesen Patienten zuzulassen. Eine sorgfältige Auswahl wird natürlich notwendig sein: Nur Patienten mit guter Krankheitskontrolle und ausreichender Stärke, um eine Transplantation zu überstehen, kommen für eine Lebertransplantation in Frage.“ (belga/mo)

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