Nicht-kommerzieller Sektor stellt Forderungen an die zukünftige DG-Regierung

<p>Auffällig ist laut Gewerkschaften, dass der Fokus u.a. auf die Pflege gelegt wird.</p>
Auffällig ist laut Gewerkschaften, dass der Fokus u.a. auf die Pflege gelegt wird. | Illustration: dpa

Diese Verhandlungen mit der Regierung, die etwa 3.000 Arbeitnehmer in der DG betreffen, hätten schon letztes Jahr beginnen sollen. Die scheidende Regierung wollte jedoch nur wenig Mittel zur Verfügung stellen. Die CNE-CSC Personalvertreter hätten deswegen vor den PDG-Wahlen alle Parteien aufgesucht, um ihren Frust kund zu tun, teilt die Christliche Gewerkschaft mit.

Zum Hintergrund: Der nicht-kommerzielle Sektor (NKS) umfasst soziale Einrichtungen wie Vivadom (Häusliche Hilfe), Tagesstätten und Wohnheime für Personen mit Beeinträchtigung, Beschützende Werkstätten, private Alten- und Pflegeheime aber auch den soziokulturellen Bereich und spielt eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft. „Der Dienst an der Allgemeinheit ist enorm. Der Sektor erhält jedoch nicht immer die politische und gesellschaftliche Anerkennung dafür“, heißt es in der Mitteilung.

Hauptforderungen der Gewerkschaften des Sektors seien Lohngerechtigkeit für alle, Verbesserungen der Zulagen für außergewöhnliche Arbeitszeiten oder – leistungen, kollektive Arbeitszeitverringerung, mehr Geld für mehr Hände und qualifiziertes Personal, sowie Maßnahmen zur Verringerung der Arbeitsbelastung und -zeit am Laufbahnende. Diese Forderungen seien schon vergangenes Jahr bei der Regierung hinterlegt worden. „Die Regierung stellte damals dem gesamten nicht-kommerziellen Sektor 50.000 Euro in Aussicht, dies jedes Jahr wiederkehrend. Dieses Angebot war in unseren Augen indiskutabel. Das ist nicht das was wir unter Wertschätzung verstehen. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, werden die zuständigen Gewerkschaftssekretärinnen der CNE und CSC zitiert.

„Da die scheidende Regierung nicht mehr bereit war vor den Wahlen in Verhandlungen zu treten, haben wir beschlossen, den Wahlkampf zu nutzen, um unseren Forderungskatalog den einzelnen Parteien vorzustellen und um abzufragen, wer unsere Forderungen bei einer zukünftigen Regierungsbildung mitnimmt“ erklärt Rebecca Peters (CSC-BIE), die Aktion der letzten Monate.

Zusammenfassend sprechen sich die einzelnen Parteien alle dafür aus, dass die Lohn- und Gehaltsbedingungen verbessert werden müssen. Auffällig ist laut den Gewerkschaften dass der Fokus „leider“ hauptsächlich auf die Pflege und insbesondere in den WPZS gelegt wird.

Der Behindertenbereich und die Häusliche Pflege würden dagegen nur am Rande erwähnt. „Bei der Lohngerechtigkeit stimmt eigentlich jeder den Gewerkschaften zu das alle Arbeitnehmer Lohnerhöhungen verdient haben und ein gewisses Lohngefälle wiederhergestellt werden muss.“

Beim Thema der kollektiven Arbeitsverkürzung herrsche nicht bei allen Zustimmung. Jede Partei sieht, dass etwas an den Arbeitszeitmodellen gemacht werden müsse, aber nicht jeder verteidigt eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung. Eine bessere Finanzierung des Sektors scheint für alle Parteien notwendig. Betreuungsschlüssel und Normen sind auch bei allen ein Thema. Lösungen für den Fachkräftemangel sind laut der meisten Parteiprogramme Aus- und Weiterbildung, der Quereinstieg und die Anwerbung von externen Fachkräften. „Alle Parteien haben eine Absichtserklärung der Gewerkschaften unterschrieben, in der steht, das sie sich verstärkt für die Belange des nicht-kommerziellen Sektors einsetzen wollen und bei den kommenden Regierungsverhandlungen diese Forderungen zu ihrer Priorität machen“.

„Alle Parteien sehen die Wichtigkeit des Sektors, jedoch wird viel Fokus auf die Pflege gelegt. Da wünschen wir uns mehr für den Behindertenbereich, die Häusliche Hilfe kurz für den Gesamtsektor“, so Vera Hilt von der CNE. „Wir werden nach den Wahlen natürlich aufmerksam bleiben und uns wieder einladen und sind gespannt ob der Sektor denn nun die Wertschätzung erhält, die er verdient und von der in vielen Parteiprogrammen zu lesen war“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. (red/sc)

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