Zwei Abende mit Tiefgang und Humor: KAP Eupen bietet Einblick in politisches Kino und scharfsinniges Kabarett

<p>Ausschnitt eines der Plakate zum Film „Ceci n’est pas un lion“. Für die Gestaltung der Plakate hat sich der Filmemacher an diverse belgische Karikaturisten gewandt.</p>
Ausschnitt eines der Plakate zum Film „Ceci n’est pas un lion“. Für die Gestaltung der Plakate hat sich der Filmemacher an diverse belgische Karikaturisten gewandt. | Zeichnung: Oli

Am 30. Mai 2024 um 19.30 Uhr wird im Kino Scala in Büllingen der Dokumentarfilm „Ceci n’est pas un lion“ des kanadischen Filmemachers Jean-Pierre Roy gezeigt. Der Film, der 2019 seine Erstaufführung erlebte, beleuchtet die Unabhängigkeitsbestrebungen Flanderns und deren Auswirkungen auf die belgische Gesellschaft. Der Film lädt das Publikum ein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was wäre, wenn die Unabhängigkeitsbestrebungen Flanderns Realität würden.

Jean-Pierre Roy, der als Autor, Regisseur, Kameramann und Produzent in Personalunion fungiert, wirft einen scharfsinnigen Blick auf die komplexen Beziehungen zwischen den Französischsprachigen und den Flamen ein. Über 40 prominente Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Gesellschaft kommen in Interviews zu Wort, darunter Karl-Heinz Lambertz, Siegfried Bracke, Willy Claes, Bruno Coppens, Georges Dallemagne, Filip Dewinter, Raoul Hedebouw, Yves Leterme und Paul Magnette. Der kanadische Filmemacher begann sein Projekt, als die N-VA 2014 an die föderale Macht in Belgien kam. Zuvor hatte Roy in seinem Dokumentarfilm „Questions nationales“ (dt: „Nationale Fragen“) das Schicksal dreier „Nationen ohne Staat“ – Québec, Katalonien und Schottland – untersucht. Mit diesem Hintergrundwissen machte er sich auf, das Unabhängigkeitsprojekt Flanderns zu erkunden. Während er anfangs glaubte, dass Flandern der nächste neue Staat in Europa werden könnte, stellte er schnell die Komplexität des Themas fest. Diese reicht vom Föderalismus über Konföderalismus, Staatsreformen und den besonderen Status einiger Gemeinden bis hin zur Zukunft Brüssels. Roy tauchte tief in die heikle Beziehung zwischen den Französischsprachigen und den Flamen ein und navigierte von einem Interview zum nächsten mit politischen, journalistischen, akademischen und künstlerischen Persönlichkeiten aus allen drei Gemeinschaften Belgiens.

Der Filmemacher Jean-Pierre Roy und der ehemalige Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Karl-Heinz Lambertz, werden bei der Vorführung anwesend sein und sich den Fragen der Zuschauer stellen. Der Eintritt zu dem Dokumentarfilm in französischer Sprache und der Diskussionsrunde im Anschluss ist kostenlos.

Am 7. Juni 2024 um 20 Uhr tritt die Kabarettistin Anny Hartmann im Jünglingshaus Eupen auf. In ihrem aktuellen Programm „KlimaBallerina“ nimmt sie die Zuschauer mit auf eine humorvolle und zugleich aufrüttelnde Reise durch die Welt des Klimaschutzes. Anny Hartmann, bekannt als „die pazifistische Schnellfeuerwaffe des politischen Kabaretts“, wurde 2023 mit dem deutschen Kleinkunstpreis in der Kategorie Kabarett ausgezeichnet. Sie setzt sich kritisch mit den zahlreichen Klimalügen auseinander, die von Lobbyisten und Teilen der Politik verbreitet werden. Ihr scharfsinniger Humor und ihre inspirierende Haltung bieten eine erfrischende Perspektive auf die Möglichkeiten des Umweltschutzes.

In „KlimaBallerina“ zeigt Hartmann, dass Umweltschutz nicht zwangsläufig Verzicht bedeuten muss, sondern das Leben bereichern kann. Ihre kreativen und verständlichen Lösungsvorschläge sollen die Zuschauer dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden. Zudem bringt Hartmann mit ihrem kabarettistischen Talent die Zuschauer zum Lachen, indem sie den Mächtigen „auf der Nase herumtanzt“, heißt es in der Ankündigung des Kabarettabends.

Diese beiden Veranstaltungen bieten eine einzigartige Gelegenheit, sich mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Während „Ceci n’est pas un lion“ die Zuschauer dazu anregt, über die möglichen Folgen von Unabhängigkeitsbestrebungen nachzudenken, bringt „KlimaBallerina“ auf humorvolle Weise die Dringlichkeit des Klimaschutzes näher, verspricht der Veranstalter. (red/kupo)

Kostenlose Tickets für den Film in Büllingen unter: https://kinotickets.express/scala-buellingen/sale/seats/16169

Reservierungen für das Kabarett in Eupen unter: www.kultkom.be/veranstaltungen/anny-hartmann-_-klimaballerina/

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