Dies sind die Preise für die Lieferung von Strom am morgigen Sonntag. In Belgien sinken diese Preise vier Stunden lang, zwischen 4 und 8 Uhr morgens, unter Null. Die Erzeuger zahlen dann für die Lieferung von Strom.
Der Grund dafür ist das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Es wird viel Strom produziert, unter anderem aufgrund der vielen Windturbinen, die wegen der starken Winde in Betrieb sind, während die Nachfrage aufgrund der milden Temperaturen und der geringeren Nachfrage in der Jahreszeit am Jahresende gering ist. (belga)

Kommentare
Vier Stunden lang negative Strompreise. Die Gesetze des kapitalistischen Marktgeschehens einfach auf den Kopf gestellt. Das hätte der gute alte Marx sich nicht träumen lassen.
Negative Strompreise. Unternehmen werden dafür bezahlt, dass sie möglichst viel Strom verbrauchen. Wahnsinn!
Das wäre ungefähr so, als ob der Wirt in meiner Stammkneipe mich fürs Biertrinken bezahlen würde, weil er im Moment zu viel Bier im Keller hat. Schön wär’s…
Der Herr Langer hat diese Praxis schon in seinem Leserbrief vom 4. Juli angeprangert: „Oups Absurdität der erneuerbaren Energien“
Nur hört leider niemand auf die Gegenpoler…
PS. „Es wird viel Strom produziert,…“
Der Leser kann beruhigt sein. Es wird keine Kilowattstunde zu viel produziert, sondern genau die Menge, die auch abgenommen wird.
Auch da sollten wir auf die Gegenpoler hören… oder uns an den Physikunterricht in der Schule erinnern, auch wenn’s lange her ist:
„Strom muss so exakt ins Netz eingespeist werden, wie er entnommen wird.“
(Dipl.Ing. J. Wahl)
Das ist sehr schön, dass Sie mich zitieren. Aber bitte korrekt. Korrekt ist, dass das Netz exakt soviel Strom bereitstellen muss, wie angenommen wird. Mit steuerbaren Kraftwerken funktioniert das.
Lässt man "erneuerbare" zu, speisen diese Strom ein, wie gerade der Wind weht oder die Sonne scheint. Diese Über-/Unterproduktion beeinflusst die Netzfrequenz. Das ist nicht zulässig. Also muss der Überschuss weg, die Unterdeckung übernehmen Regelkraftwerke. Der wird für teures Geld in das Europäische Netz abgegeben. Zum Beispiel nach Österreich. Die betreiben damit Pumpspeicher, welche bei Dunkelflaute den Strom teuer zurückverkaufen und sich die "Verklappung" teuer bezahlen lassen, profitieren also doppelt. Die Zeche zahlt der Endkunde. Ein weiterer Ausbau verschärft die Situation weiter, da die Speicherkapazitäten erschöpft sind. So "geht" Physik.
Wie gewohnt, nehmen die Herren Gegenpoler es mit den Fakten nicht so genau.
„Lasst man erneuerbare zu…“
Wo lebt der Herr Wahl? Die Erneuerbaren sind längst zugelassen, mehr noch, wie man unlängst erfuhr, produzierten sie im vergangenen Jahr erstmals mehr Energie als die traditionellen Kraftwerke, ohne, dass das Netz zusammenbrach. Und das trotz der (auch in meinen Augen überhasteten) Abschaltung der AKWs.
„wie gerade der Wind weht oder die Sonne scheint.“
Die „traditionellen“ Atomkraftwerke sind dagegen ein Muster an Regulierbarkeit (und so köstengünstig, siehe Flamanville).
Wie war das doch noch vor nicht allzu langer Zeit, als in Frankreich rund 30 von 56 Meilern stillgelegt waren, das Land einen Blackout befürchtete und händeringend nach Ersatz suchte?
Und was deren Versorgung mit Uran betrifft, so blickt Frankreich sorgenvoll in Richtung Niger. Das Land ist zweitwichtigste Lieferant von Uran, und das dortige Revolutionsregime ist nicht sehr frankophil, aus durchaus verständlichen Gründen:
„Uranium : le lourd passé prédateur de la France au Niger“ (Reporterre 11.09.2023)
„Es ist absurd, Systeme zu implementieren, die nicht in der Lage sind, ad hoc Energie bedarfsgerecht bereitzustellen.“So ein weiteres früheres Zitat von Herrn Wahl.
Genau das will aber Makron, nämlich einen „beschleunigten Ausbau“ der EE.
Jagt der französische Präsident also einer Chimäre nach?
„Der wird für teures Geld in das Europäische Netz abgegeben.“
Eben weil die traditionellen Kraftwerke nicht flexibel sind. Daher die negativen Strompreise. Es ist für die rentabler, Strafpreise zu zahlen als für ein paar Stunden ihre Kapazität herunterzufahren. Windräder kann man bekanntlich mit einer kleinen Verstellung der Rotorblätter vom Netz nehmen.
Und die berüchtigte Dunkelflaute?
Ein guter Artikel dazu: Erneuerbare Energien: Was tun bei Dunkelflaute? (mdr Wissen 30. Oktober 2023)
Ja, das kann ein Problem sein, an dessen Lösung gearbeitet wird.
So wie bei den ersten Autos, als es noch keine Tankstellen gab. Die Lösung: ein Netz von Tankstellen bauen…
„Der wird für teures Geld in das Europäische Netz abgegeben. Zum Beispiel nach Österreich.“
Österreich? Ein schlechtes Beispiel. Zum einen sind die dortigen Talsperren und Pumpspeicherwerke nicht erst seit dem Aufkommen der EE errichtet worden. Der Kaprun-Komplex geht z.B. auf Vorarbeiten aus der … Nazizeit zurück und wurde seit den fünfziger Jahren zu einem regelrechten Mythos hochstilisiert.
Außerdem ist Österreich ein … Stromimportland: „Wir importieren mehr Strom als wir exportieren: Seit mehr als 20 Jahren ist Österreich Nettostromimporteur. Der rasche Ausbau heimischer erneuerbarer Energien ist notwendig, um bis 2030 eine bilanzielle Eigenversorgung mit 100% Ökostrom zu erreichen.“ (Wien Energie 17.04.2023)
„…da die Speicherkapazitäten erschöpft sind.“
Ja, wenn man nix tut und die Hände in den Schoß legt. Die Haltung des Herrn Wahl, eines Maschinenbauingenieurs, verwundert. Müsste nicht gerade er wissen, dass die technische Entwicklung nicht stehenbleibt? Warum sollte das ausgerechnet auf dem Gebiet der Stromproduktion und -speicherung anders sein?
Bin erstaunt, dass ein Herr Leonard dieses Forum hier benutzt, um seine Neujahrswünsche an den Mann zu bringen.
Auch ich erlaube mir daher, den drei Dauerkommentatoren hier im Forum alles Gute für 2024 zu wünschen.
Letzteres natürlich verbunden mit dem Wunsch, dass diese Herren im neuen Jahr die Meinung anderer repektieren statt ständig zu verunglimpfen und mit Rechthaberei/Besserwisserei glänzen zu wollen.
In diesem Sinne ...
Alles Gute im Neuen Jahr, Herr Schleck!
Von den Gegenpolern, Klimawandelleugnern und den Mount Everest bezwingenden Trump- bzw. Putinanhängern, ist offensichtlich auch 2024 keine Besserung und keine Rückkehr zur Vernunft zu erwarten.
Irgendwann wird jedoch auch sie die Realität einholen.
Es bleibt für die Menschen, die sich mit Mut, Kreativität und Sachverstand, den Problemen und Herausforderungen auf diesem Planeten stellen, nichts anderes übrig, diese reaktionären "Bremser" solange notwendig, eines Besseren zu belehren.
Fakten gibt es tatsächlich zur Genüge!
Werter Herr Leonard,
erlauben Sie das ich auch mal Sie korregiere?
Rückkehr impliziert das die Herrschaften schon mal da (soweit?) waren.
Bei den "Gegenallespolern" Vermute ich eher sie halten es mit Platon:
"Ich versuche zu denken, verwirrt mich nicht mit Fakten."
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