Sportgala Ostbelgien steht in den Startlöchern – Das sind die Nominierten

Event

Kam in die Auswahl der Expertenjury: Mittelstreckenläuferin Marie Fickers.

Am 22. Februar dürfen sich 18 Sportler und Sportlerinnen sowie neun Mannschaften einmal zurücklehnen und genießen: Bei der Sportgala Ostbelgien werden sie in neun Kategorien ob ihrer Topleistungen im vergangenen Jahr geehrt.

Von Mario Vondegracht

Es ist ein Stelldichein der Besten des Jahres 2018, die in weniger als drei Wochen im St.Vither Triangel zusammenkommen. Sie alle wurden von einer Expertenjury nominiert, die sich zum Jahresende einen ganzen Tag lang getroffen hatte.

Der Sportrat der DG und sein Präsident Alexander Fickers sowie der Fachbereich Sport des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft als Mitorganisator hatten dieses Gremium bereits für die Ausgabe im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um die Auswahl der Sportler, Sportlerinnen und Mannschaften auf ein neues und qualitativ höheres Level zu heben. Am Ende dieses langen Tages im Dezember stimmten die Experten sowie zwei Sportjournalisten des BRF und des GrenzEcho über ihre eingebrachten Vorschläge in einer anonymen Wahl ab.

Der Preis für das Lebenswerk geht an Mittelstrecken-Trainer Lutz Müller.

Die Sieger stehen deshalb schon fest, doch bislang ist nur die Top 3 jeder Kategorie bekannt. „Es sollte ja doch ein wenig spannend bleiben“, erklärt Alexander Fickers, der mit der Entwicklung der Sportgala zufrieden ist, aber auch noch Verbesserungspotenzial sieht: „Ich glaube, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen müssen. In der ostbelgischen Sportszene könnte ich mir vorstellen, dass man noch mehr Offenheit und Bereitschaft zeigen könnte, sich mit den anderen Sportarten auseinanderzusetzen. Es geht darum, eine gewisse Sensibilität zu bekommen.“

„Ich bin mit der Entwicklung der Veranstaltung sehr zufrieden. Wir kommen von sehr weit her und haben vor rund 20 Jahren in Kantinen von Sporthallen angefangen. Es ist mittlerweile ein fester Moment im Sportgeschehen Ostbelgiens, und das Niveau ist sichtbar gestiegen“, sagt Kurt Rathmes, seines Zeichens Fachbereichsleiter Sport, Tourismus und Medien im DG-Ministerium. Rathmes freut sich auf besondere Gäste bei der Gala, denn zuvor tagt in St.Vith die Generalversammlung des Europäischen interregionalen Pools des Sports (kurz: Eurosportpool). Ihm gehören staatliche Vertretungen und Dachverbände des Sports sowie sportwissenschaftliche Institute aus der Großregion (d. h. aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Provinz Luxemburg, Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland) an. Seine Vertreter dürfen sich auch auf das Rahmenprogramm freuen. Neben musikalischen Einlagen des Eupener Singer-Songwriters Marlon Blanco Bayo (unterstützt von Sängerin Maëna) gibt es auch einen Auftritt des Dance-Fever-Siegerteams „Highschool Girls“, einer Tanzgruppe der Maria-Goretti-Schule St.Vith.

Bei der Übersicht der geehrten Sportler fällt eine Tatsache jedes Jahr auf: Ostbelgien braucht sich sicherlich nicht zu verstecken. Neben gestandenen Athleten wie Thierry Neuville, Kathrin Hendrich oder Winterolympionike Thierry Langer erscheinen auch immer wieder Newcomer in der Liste der Geehrten. In diesem Jahr kann man sicherlich die jungen Schwimmer Julien Moens und Zoé Backes nennen oder die vielen Leichtathleten um 800-m-Läuferin Eléa Henrard, die in der Kandidatenliste auftauchen.

Wurde 2018 der ehemalige Sportlehrer und Vollblut-Ehrenamtler Josef Thaeter ob seiner Verdienste für den ostbelgischen Sport für sein Lebenswerk geehrt, gebührt die Ehre in diesem Jahr Lutz Müller. Der Trainer des LAC Eupen hat eine beeindruckende Vita vorzuweisen sowie viele Mittelstrecken-Athleten geformt und zu Meisterwürden verholfen. Experten ist der Coach auch aus den 1970er und 1980er Jahren bekannt, als er die deutsche Läuferin Brigitte Kraus (u. a. 1983 WM-Dritte über 3.000m) betreute. Von ihm stammt auch das Zitat aus einem GE-Porträt vor zwei Jahren, als er sagte: „Ich bin ein Idealist und kann Leute begeistern. Deswegen bin ich auch in Eupen. Und wenn es mir Spaß macht, dann mache ich noch so lange weiter, bis dass ich umfalle.“

Derweil gibt es in diesem Jahr keine Online-Abstimmung mehr. Die Teilnahme war in den letzten Jahren rückläufig, und die Aufmerksamkeit soll vor allem den von den Experten ausgewählten Sportlern gelten. Um die Geehrten aber auch im Internet ins Blickfeld zu rücken, werden auf einer Facebook-Seite in den nächsten Wochen vor dem Event Steckbriefe und Videobeiträge veröffentlicht. Am Abend der Sportgala selbst hält besagte Seite die User über die Ergebnisse auf dem Laufenden.
Sportgala Ostbelgien

Die Nominierten bei der Sportgala Ostbelgien

Weibliche Jugend (nationale-internationale Ausstrahlung)

  • Lynn Treinen (Geräteturnen, TLZ Amel)
  • Zoé Backes (Schwimmen, Schwimmschule St.Vith)
  • Elène Fickers (Laufen, LAC Eupen)

Männliche Jugend (nationale-internationale Ausstrahlung)

  • Niclas Holper (Laufen, AC Eifel)
  • Julien Moens (Schwimmen, Schwimmverein Delphin Eupen)
  • Tim Rex (Mountainbike, RSK Eupen)

Jugend-Mannschaften (nationale-internationale Ausstrahlung)

  • 4x800m-Junioren-Staffel des LAC Eupen
  • 4x400m-Staffel des LAC Eupen
  • Tanzpaar Naomi & Liam Waghemans vom TSC Dance Feet Kelmis

Mannschaften (lokale-regionale Ausstrahlung)

  • VBC Lommersweiler
  • 4x800m-Senioren-Staffel des LAC Eupen
  • Damen der KTSV Eupen

Männer (lokale-regionale Ausstrahlung)

  • Thomas Lehnen (Mountainbike, Ligna Systems MTB Team)
  • Christoph Gallo (Laufen, AC Eifel)
  • Benjamin Tillmann (Karate, Dojo Calaminia/Dojo Champions Jupille)

Frauen (lokale-regionale Ausstrahlung)

  • Lisa Fickers (Laufen, LAC Eupen)
  • Marie Fickers (Laufen, LAC Eupen)
  • Gaby Andres (Laufen/Triathlon, SC Bütgenbach)

Mannschaften (nationale-internationale Ausstrahlung)

  • Hot Shoes Ladies Bütgenbach
  • Damen des KTC Eupen
  • Roller Bulls Ostbelgien

Frauen (nationale-internationale Ausstrahlung)

  • Eléa Henrard (Laufen, LAC Eupen)
  • Kathrin Hendrich (Fußball, FC Bayern München)
  • Marie Benoit (Tennis, KTC Eupen)

Männer (nationale-internationale Ausstrahlung)

  • Thierry Langer (Biathlon/Langlauf, SC Elsenborn)
  • Luis Garcia (Fußball, AS Eupen)
  • Thierry Neuville (Rallye, Hyundai Motorsport)
  1. 10 von 27 Nominierten „Laufen“ und nur 7 von 27 Nominierte machen eine der vielen Ballsportarten. Erstaunlich.
    Glückwunsch an Alle für tolle Leistungen

  2. Gibt es eigentlich in den ostbelgischen Gemeinden Malmedy und Weismes bzw. dort ansässigen Vereinen keine Sportler, die eine Nominierung verdient hätten oder warum kommen alle nominierten Sportler aus dem deutschsprachigen Teil Ostbelgiens bzw. dort ansässigen Vereinen?
    Oder handelt es sich in Wirklichkeit um die Sportgala der Deutschsprachigen Gemeinschaft?

  3. „Oder handelt es sich in Wirklichkeit um die Sportgala der Deutschsprachigen Gemeinschaft?“
    Ja, so ist es wohl, Herr Leonard.

    Dabei wäre ein solches Sportereignis doch eigentlich eine gute Gelegenheit, dieses „Ostbelgien (DG + Malmedy + Weismes)“ mit Leben zu erfüllen und auch Sportler und Vereine aus dem heutigen Restkanton Malmedy einzuladen bzw. auch zu nominieren, wenn das ganze Konstrukt nicht eine leere Hülse bleiben soll.

    Aber … ist das Ganze nicht doch im Grunde eine einseitige Erfindung der DG, die ihre wallonischen Nachbarn einfach mal so „annektiert“ hat, oder beruht das wirklich auf Gegenseitigkeit? Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass die sich als „Ostbelgier“ oder „Belges de l’Est“ bezeichnen würden.

    Selbst die gemeinsame Tourismusagentur Ostbelgien nennt sich auf Französisch „Agence de Tourisme des Cantons de l’Est de la Belgique“.

    1. Ja, So ist es wohl, Herr Schleck.😉
      Die vermeintlich „offene“ Standortmarke „Ostbelgien“ verfehlt durch die politisch beförderte aber historisch unhaltbare Gleichstellung mit der DG jeglichen offenen Charakter.
      Dies hat sich zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Versailler Vertrag gezeigt, bei der die Gelegenheit verpasst wurde, die geschichtliche begründete Verbundenheit der Ostkantone/Ostbelgien herauszustellen.
      Und es zeigt sich bei jeder Veranstaltung oder Veröffentlichung, die Ostbelgien allein auf die Institutionen, Vereine oder Menschen in der DG reduziert, dass diese Standortmarke kein Instrument der Öffnung sondern des Rückzugs in die engen Grenzen der DG darstellt.
      In Anlehung an einen Kommentar des GE-Chefredakteurs und ein Werk des belgischen Surrealisten (!) Magritte könnte man auch sagen:
      „Ceci n‘est pas Ostbelgien“ oder „La trahison des … termes“.

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